Umweltausschuss will Höhlenbäume sichern
Bernhard Walter, Leiter der Biologischen Station Bielefeld/Gütersloh (links) undWolfhart Kantsteiner, Sprecher der OWL-Umweltverbände, vor dem Stumpf einer Buche in Borgolzhausen-Casum.

Ein entsprechender Antrag von CDU und FDP fand bei der Sitzung des Umweltausschusses am Dienstag einmütige Zustimmung. Liane Fülling (SPD) enthielt sich der Stimme. Für sie sind Verhandlungen über den Vertragsnaturschutz mit dem Landesbetrieb Straßen im Zusammenhang mit dem Bau der Autobahn 33 im positiven Sinn soweit fortgeschritten, dass es des Antrags nicht mehr bedurft hätte.

Die Absicht von CDU und FDP, die Kosten aus zusätzlich bereitgestellten Mitteln für den Artenschutz zu begleichen, konnte während der Beratung im Greffener Bürgerhaus schon gestrichen werden. Wie Wilhelm Gröver, Leiter der Abteilung Umwelt bei der Kreisverwaltung, berichtete, ist der Landesbetrieb Straßen bereit, 50 Trockenbäume kartieren zu lassen, die der Landesbetrieb Wald und Holz bewertet. Auf dieser Basis werden sie einvernehmlich vom Forstbesitzer beziehungsweise -betreiber gekauft. Es zahlt also das Land. Das Ergebnis empfand Thorsten Schmolke (Grüne) positiv; „denn im Vorfeld sei da etwas gravierend schief gelaufen“. Arnold Weßling (CDU) empfahl den Blick nach vorn zu richten, und den bewährten Weg der Kooperation mit den Waldbauern einzuschlagen.

Wie berichtet, hatte ein Forstbesitzer eine 20 Meter hohe Buche gefällt, die mit einem aufgesprühten „F“ und einem Flatterband als Wochenstube der streng geschützten Bechsteinfledermaus gekennzeichnet war. Die im vergangenen Jahr entdeckte Fledermaus-Kolonie hat bereits zu einer Verzögerung des Planfeststellungsverfahrens für den letzten A-33-Lückenschluss gesorgt. Gröver betonte, die Eigentümer seien im November 2010 angerufen und informiert worden. Im Februar 2011 sei der Baum gefallen.

Mit Blick auf die Proteste der Naturschützer meinte der Leiter der Umweltabteilung, er glaube nicht, dass die Eigentümer besondere Freunde der Autobahn seien. Als weiteren Vorteil wertete Gröver, dass die Autobahn an der dieser Stelle im Einschnitt verlaufe, die Bäume also oben stehen bleiben und die Fledermäuse Ausweichmöglichkeiten haben. Erfreulicherweise seien weitere voneinander unabhängige Fledermaus-Populationen in Richtung Clever Schlucht entdeckt worden, teilte Gröver mit.

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