Umweltministerium zeigt Waldbesitzer an
Entsetzte Naturschützer: Bernhard Walter und Wolfhart Kantsteiner vor dem Stumpf des abgesägten Quartierbaums der streng geschützten Bechstein-Fledermaus.

Laut Wilhelm Deitermann, dem Sprecher des Umweltministeriums in Düsseldorf, will die Behörde mit ihrer Anzeige „der Wichtigkeit des Falls Ausdruck verleihen“. Es liege nach Paragraf 71 des Bundesnaturschutzgesetzes ein Straftatbestand vor, dem nachgegangen werden müsse und der mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden könne. Man glaube der Erklärung des Waldbesitzers nicht, er habe den Baum versehentlich gefällt.

Buche war gekennzeichnet

Wie berichtet, war die trockene, etwa 20 Meter hohe Buche mit rot-weißem Flatterband sowie einem großen aufgesprühten „F“ deutlich als Wochenstube der streng geschützten Bechstein-Fledermaus gekennzeichnet. Zudem hat der Kreis nach eigenen Angaben den Grundeigentümer eindringlich darauf hingewiesen, dass er die markierten Bäume nicht fällen dürfe. Umweltschützer hatten das Abholzen bemerkt und die Polizei informiert. Die im vorigen Jahr entdeckte Fledermaus-Kolonie hat zu einer weiteren Verzögerung des Planfeststellungsverfahrens für den dritten und letzten Abschnitt des A-33-Lückenschlusses geführt.

Nach Angaben von Pressesprecher Reinhard Baumgart ist die Anzeige des NRW-Umweltministeriums vor kurzem bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld eingegangen. Sie prüfe nun, ob der Verdacht einer Straftat vorliege. Wenn ja, werde vermutlich die Polizei mit weiteren Ermittlungen beauftragt. Wenn nein, müsse der Kreis untersuchen, ob es und um welchen Fall einer Ordnungswidrigkeit es sich handle, so der Oberstaatsanwalt.

Welche Konsequenzen die Kreistagsfraktionen von CDU und FDP aus dem Fall ziehen, lesen Sie auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ vom 19. März.

 

SOCIAL BOOKMARKS