Unterstützung für pflegende Angehörige
Begrüßten die Teilnehmer im großen Sitzungssaal im Kreishaus Wiedenbrück: (v. l.) Margarete Brunsmann, Monika Brummel, Judith Schmitz (alle Kreis Gütersloh) sowie Helga Reinisch, Kristin Rolke, Dirk Eickmeyer und Sonja Bergenthal (alle vom Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz OWL).

... die täglichen Herausforderungen sind vielfältig. Es gibt aber auch Angebote, die in solchen Situationen helfen können.

Wichtiger Baustein in der ambulanten Versorgungslandschaft

Um diese Unterstützungsmöglichkeiten bekannter zu machen, haben der Kreis Gütersloh und das Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz Ostwestfalen-Lippe zu einem Informations- und Erfahrungsaustausch eingeladen. Mit dabei waren alle potenziellen Anbieter von Unterstützungsangeboten im Alltag sowie Multiplikatoren. „Angebote zur Unterstützung im Alltag stellen im Pflegebereich einen wichtigen Baustein in der ambulanten Versorgungslandschaft dar und decken häufig Bereiche ab, die über ambulante Pflegedienste nicht in dem Umfang bewältigt werden können“, heißt es in einer Mitteilung des Kreises.

Stundenweise Einzelbetreuung und Hilfe im Haushalt

Dazu gehören zum Beispiel stundenweise Einzelbetreuung und Hilfe im Haushalt. „Aus Sicht des Kreises wäre es wünschenswert, wenn es noch mehr solcher Angebote gäbe“, erklärte Judith Schmitz, Abteilungsleiterin Soziales, vor rund 70 Veranstaltungsteilnehmern im Kreishaus Wiedenbrück. Eine Entlastung für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige bieten unter anderem hauswirtschaftliche Hilfen, Betreuungsdienste oder auch spezielle Gruppenangebote.

Diese können durch anerkannte Anbieter erbracht werden, aber auch im Rahmen von Nachbarschaftshilfe oder als Minijob, was vielfach aber nicht bekannt sei. Die Pflegekassen übernehmen für anerkannte Unterstützungsangebote im Alltag ab dem Pflegegrad 1 Kosten im Rahmen des Entlastungsbetrags bis 125 Euro monatlich. Nicht verbrauchte Beträge verfallen nicht, schreibt der Kreis. Sie können noch bis zum 30. Juni des Folgejahres für anerkannte Unterstützungsangebote im Alltag eingesetzt werden.

Antrag auf Anerkennung eines Unterstützungsangebots

Darüber hinaus gibt es ab Pflegegrad 2 die Möglichkeit, bis zu 40 Prozent des nicht verbrauchten Pflegesachleistungsbetrags für anerkannte Unterstützung im Alltag zu nutzen. Sowohl Einzelkräfte als auch Anbieter mit mehreren Mitarbeitern, Vereine und auch Organisationen können einen Antrag auf Anerkennung eines Unterstützungsangebots stellen. Ansprechpartner ist die Abteilung Soziales des Kreises. Zur Abrechnungsfähigkeit der Leistungen von Minijobbern oder Nachbarn im Rahmen eines freiwilligen bürgerschaftlichen Engagements sei die Pflegekasse des Pflegebedürftigen im Einzelfall direkt anzusprechen. „Um Hürden abzubauen, sind die Qualifizierungsanforderungen für Antragsteller zum Jahresbeginn 2019 deutlich gesenkt worden“, teilt der Kreis mit.

Ansprechpartner

Anträge seien digital über eine Datenbank (www.pfaduia.nrw.de) einzureichen. Auf dieser Internetseite sind auch alle anerkannten Angebote gelistet. Suchläufe seien nach Postleitzahl oder Ort möglich. Weitere Informationen erteilen der Kreis Gütersloh, Abteilung Soziales, Telefon 05241/852303, und das Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz OWL,  Telefon 0521/9216456.

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