Ursache für Decken-Absturz gesucht
Bild: Neitemeier
Baustellen-Atmosphäre im Lehrerzimmer des Reinhard-Mohn-Kollegs in Gütersloh: Nach dem Absturz der Alu-Deckenverkleidung und der Entsorgung der Reste können die Pädagogen den Raum seit Freitag wieder nutzen. 
Bild: Neitemeier

Für die übrigen Schulräume konnte angesichts anderer Deckenkonstruktionen schnell Entwarnung gegeben werden. Am Montagmorgen hatten die Hausmeister die Bescherung entdeckt und die Leitung des Berufskollegs, deren Trägerschaft der Kreis vor einigen Jahren von der Stadt Gütersloh übernommen hat, informiert. Umgehend wurden auch Experten des Kreises benachrichtigt.

Lehrerzimmer seit Freitag wieder nutzbar

Bis Donnerstag dauerten die Aufräumarbeiten, in die auch externe Firmen eingebunden waren. Sämtliche Alu-Paneele wurden entfernt und der rund 200 Quadratmeter große Raum gründlich gesäubert. Seit Freitag können die 85 Pädagogen des Kollegs mit 1800 Schülern das jetzt von Baustellenatmosphäre geprägte Lehrerzimmer wieder nutzen. Bis zur endgültigen Sanierung in den Sommerferien soll die Unterkonstruktion der Decke mit Blick auf den Gesundheitsschutz allerdings noch mit einer Folie verkleidet werden, berichtete Schulleiter Dieter Olmesdahl am Freitag der „Glocke“.

Zur möglichen Unglücksursache äußerte sich der Schulleiter nicht. „Das ist Sache der Experten“, sagte Olmesdahl. Fest steht nur, dass sich das Lehrerzimmer in einem vor etwa 40 Jahren errichteten Anbau befindet und die Decken-Paneele anders befestigt waren als sonst in der Schule. Sie waren nämlich nur genagelt und nicht – wie heute üblich – über Dübel, Schienen und gesicherte Metallseile mit der Betondecke verbunden.

Befestigung heute nicht Stand der Technik

Ersten Untersuchungen zufolge war diese Art der Deckenkonstruktion seinerzeit nach Angaben von Kreis-Sprecher Jan Focken zulässig. Heute entspreche das aber nicht mehr dem Stand der Technik. Jetzt will der Kreis alle seine Schulgebäude vorsichtshalber unter die Lupe nehmen. Dazu gehören unter anderem je zwei Berufskollegs in Rheda-Wiedenbrück und Gütersloh, eines in Halle sowie das Kreisgymnasium in Halle und die Gesamtschule Borgholzhausen-Werther.

 „Wir mussten sehr stark improvisieren“, fasst Dieter Olmesdahl die aufregende Schulwoche zusammen. Der Unterricht habe zwar planmäßig weiterlaufen können, das Kollegium habe aber auf viele kleinere Räume ausweichen müssen, was die notwendige Kommunikation erschwert habe. Der Schulleiter ist aber heilfroh, dass das Lehrerzimmer zur Zeit des Unglücks leer war.

SOCIAL BOOKMARKS