Volle Kraft gegen die Geflügelgrippe
Während die Tötung von Tieren in einem von der Geflügelpest betroffenen Betrieb in Westerwiehe am Montag weiterging, haben Veterinäre in einem engen Umkreis auf 50 Höfen Proben von Hühnern, Hennen und Puten genommen. Erste Ergebnisse sollen heute vorliegen. Bild: Dünhölter

Die Höfe befinden sich allesamt im Umkreis von einem Kilometer rund um jene beiden Ställe, in denen der Ausbruch der Tierseuche zuletzt festgestellt worden war.

In dem betroffenen Gebiet gibt es sehr viele Geflügelhändler und Kleinverkäufer, berichtete am Montag Dr. Günter Brehs im Kreisausschuss. „Die haben intensive Kontakte zu vielen Betrieben in ganz Deutschland und fahren überall hin“, skizzierte der stellvertretende Leiter der Abteilung Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung die schwierige Lage.

Der will man mit den Proben aus allen Betrieben und dem bis Dienstag, 24 Uhr, geltenden Transportverbot beikommen. Garantieren könne man aber nichts. Ferner werde der Tierhandel beim Hobbymarkt in Kaunitz am Samstag nicht zugelassen, sagte der Experte.

Unterstützung aus anderen Kreisen

Veterinäre aus anderen Kreisen haben ihre Gütersloher Kollegen bei der Entnahme der Proben unterstützt. „Anders wäre das nicht möglich gewesen“, sagte Brehs. Der Kreisveterinärdirektor dankte zudem insbesondere der Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk für die sachkundige Hilfe. Rund 55 000 Hühner, Legehennen und Puten seien bereits getötet worden, weitere 9300 kämen am Dienstag an die Reihe. Betroffen von der Geflügelpest seien in Rheda-Wiedenbrück und Rietberg vier Betriebe, einer davon habe in Westerwiehe zwei Standorte.

Die erste Geflügelpest-Meldung eines Tierarzts ist laut Dr. Brehs am vorigen Dienstag um 15.30 Uhr eingegangen. Man sei sofort rausgefahren. Nachdem ein Schnelltest das Ergebnis bestätigt hatte, habe man noch in der Nacht – ohne den endgültigen Befund des Löffler-Forschungsinstituts für Tiergesundheit (Insel Riems, Stadt Greifswald) abzuwarten – mit der Tötung der 20 000 Hühner begonnen.

Experten forschen nach der Ursache

Wie es zu dem Ausbruch der Geflügelgrippe gekommen ist, ist noch offen. Seit Montag betreiben auch zwei Experten des Loeffler-Instituts an Ort und Stelle Ursachenforschung. Ob Wildvögel, die das nahe Steinhorster Becken ansteuern, hinter der Seuche stecken könnten, diese Frage aus dem Ausschuss konnte Dr. Brehs nicht beantworten. Er versicherte aber, dass „dort regelmäßig Proben genommen werden, die bisher negativ waren“.

Landrat Sven-Georg Adenauer dankte den Mitarbeitern des Kreises und allen Hilfskräften für ihren Einsatz. „Ich bin sicher, dass unsere Leute das im Griff haben, und hoffe, dass sich die Seuche nicht weiter ausbreitet.“

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