Von Gogh hat Böckstiegel inspiriert
Peter August Böckstiegel hat sich durch Vincent van Gogh inspirieren lassen. Das zeigt die von David Riedel kuratierte neue Ausstellung im Böckstiegel-Haus in Werther. Ursula Bolte hat Unterlagen in Hand, die Ähnlichkeiten zwischen Böckstiegels Werk an der Wand und einer Arbeit van Goghs zeigen.

Gezeigt werden 15 Gemälde und Skulpturen aus dem Nachlass des Künstlers sowie eine Leihgabe des Böckstiegel-Freundeskreises. Ab diesem Sonntag geht es in Arrode vornehmlich um frühe Werke des Künstlers. Arbeiten, die nach einem Besuch der berühmten Sonderbund-Ausstellung 1912 in Köln entstanden sind.

Ausstellung in Werther-Arrode

Bis auf einige Vertreter früher abstrakter Kunst und des italienischen Futurismus’ vermittelte die Ausstellung seinerzeit eine Momentaufnahme der europäischen Kunst. Begeistert erinnert sich Böckstiegel später daran: „Säle mit Werken der lodernden Flammenschrift van Gogh’schen Geistes. Die ruhige satte Haltung Gauguins, schwarzer tropischer Urlaub, märchenhafte Stille und Schönheit ausstrahlend. Ein Orkan von unerhörter Macht und Fülle künstlerischer und geistiger Formung durchschauderte mich, trieb mich wieder nach Arrode zur Arbeit.“

Neugieriger Maler

In dieser Zeit entstanden Bilder wie „Das Dorf“ und „Pferde in einer Schlucht“, aber auch Stillleben mit Sonnenblumen und Kartoffeln. Motive, die auch van Gogh gern verwendete. Böckstiegel – ein van Gogh-Kopist? „Mitnichten“, sagt Ursula Bolte, engagierte Vorsitzende der Böckstiegel-Stiftung. Dem Wertheraner Künstler sei es nie darum gegangen, zu kopieren oder gar van Gogh als einziges Vorbild zu sehen. „Der Maler war neugierig, ließ sich inspirieren, um dann autonom zu arbeiten und mit ganz eigener künstlerischer Handschrift Akzente zu setzen.“

Historische Dokumente

Die Sonderausstellung im Böckstiegel-Haus in Werther wird an diesem Sonntag um 18.30 Uhr eröffnet. Sie läuft bis zum 28. Oktober.
Um das zu untermauern, hat Kurator David Riedel den Werken Böckstiegels anhand kleiner Wandtafeln und Vergleichsabbildungen Werke von Vincent van Gogh entgegengestellt, die 1912 bei der Sonderbund-Ausstellung zu sehen waren. Sie sollen eine motivische Nähe zu Bildern des Wertheraners verdeutlichen. Gleichzeitig wird anhand von historischen Fotografien und Dokumenten die Bedeutung der Ausstellung vor Augen geführt, die das Werk von Böckstiegel, aber auch das seines Vorbilds van Gogh und den Geist der Sonderbund-Ausstellung erfahrbar werden lassen.

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