Vorsicht vor liebestollen Rehen
Die Paarungszeit des Rehwilds hat begonnen. Autofahrer sind auf den Straßen zu besonderer Wachsamkeit aufgerufen.

Manche mögen’s heiß, bezieht sich der Jägerschaft zufolge nämlich nicht so sehr auf das momentane Sommerwetter, sondern darauf, dass die Rehe derzeit in besonderer Stimmung sind. Um die Angebetete willig zu stimmen, laufe ein Rehbock derzeit seiner Herzensdame oft kilometerweit hinterher – theoretisch eben eine schweißtreibende Angelegenheit.

Aufruf der Jäger

Praktisch dagegen könne ein Reh allerdings nicht schwitzen, da dem Tier die notwendigen Drüsen fehlten, heißt es in der auch vom deutschen und dem nordrheinwestfälischen Jagdverband mitgetragenen Presseerklärung. Um dennoch abzukühlen, hechelten die Rehe während des Ausdauermarsches wie ein Hund.

Hätten Bock und Ricke in freier Natur besonders viel Platz für ihr Treiben, sorgen sie nach Angaben des Vorsitzenden der Kreisjägerschaft, Ralf Reckmeyer, auch für ein besonderes Phänomen: die Entstehung von Kornkreisen. Bei ihrem Dauermarsch durch die Natur laufe das Rehwild auch immer wieder in Felder hinein und dort dann im Kreis. Reckmeyer: „Nicht Außerirdische sind also für die rund 10 bis 30 Meter umfassenden Zirkel verantwortlich, sondern die paarungswilligen Rehe.“

705 Rehe durch Straßenverkehr ums Leben gekommen

Die Laufbereitschaft ist allerdings nicht ungefährlich, sagen die Jäger. Von einer hormonellen Achterbahnfahrt berauscht, ändern Rehe ihren Tagesrhythmus und sind derzeit auch tagsüber aktiv. Dabei laufen sie blind vor Liebe über die Straßen und nicht selten direkt vor ein vorbeifahrendes Auto. Die Kreisjägerschaft appelliert daher an das Verantwortungsbewusstsein der Autofahrer, auf Landesstraßen stets mit angemessener Geschwindigkeit unterwegs zu sein.

Das auch vor dem Hintergrund, dass im Jagdjahr 2015/16 im Kreis Gütersloh allein 705 Stücke Rehwild durch den Straßenverkehr zu Tode gekommen sind. Das waren immerhin 27,6 Prozent bezogen auf die Gesamt-Rehwildstrecke. Ralf Reckmeyer: „Also, liebe Autofahrer, gerade jetzt Augen auf im Straßenverkehr und runter mit der Geschwindigkeit. Seien Sie insbesondere an Wald-Feld-Rändern und Getreideschlägen, die direkt an Verkehrswege angrenzen, auch zur eigenen Sicherheit vorsichtig.“

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