Waldbauern gegen Senne-Nationalpark
Bild: Mense
Mit Dr. Philipp Freiherr Heereman war erstmals ein Vorsitzender des NRW-Landesverbands bei der Mitgliederversammlung der Bezirksgruppen Gütersloh und Bielefeld. Rechts der Gütersloher Vorsitzende Karl-Heinrich Hoyer.
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Mit gut 80 Waldbauern aus den Bezirksgruppen Gütersloh und Bielefeld diskutierte der Riesenbecker in der „Linde“ in Isselhorst intensiv über aktuelle forstpolitische Themen. In Nordrhein-Westfalen gibt es gut 150 000 Waldbauern.

Die Nähe zum vom Land geplanten Nationalpark Senne führte dazu, dass dieses Thema im Mittelpunkt der Diskussion stand. „Es gibt große gesellschaftliche Strömungen auf allen Ebenen, die meinen, Wald ist besser, wenn er nicht genutzt wird. Gleichzeitig aber gibt es eine große Nachfrage nach Holz“, analysierte der Freiherr die Ausgangssituation.

Truppenübungsplatz als Kompromiss

Der Landesverband könne den Nationalpark Eifel mittragen, den geplanten Senne-Nationalpark aber nicht, weil die Kulisse die Flächen eines Eigentümers umzeichnet, der immer wieder gesagt habe, nicht in den Nationalpark zu wollen. „Es wird keinen Kompromiss geben, solange der private Eigentümer nicht mitmacht. Und es wird auch solange keine Arbeitsgruppe geben“, legte Heereman die Position des Verbands eindeutig fest.

Gesprächsbereit sei der Verband aber über eine andere Kulisse: „Einen Nationalpark auf dem Truppenübungsplatz Senne können wir aus forstlichen und forstpolitischen Gründen mittragen, das aber will Minister Johannes Remmel nicht hören.“

Arnold Weßling, Bezirksvorsitzender der OWL-Landwirte, gab zu bedenken: „Bei den Bauern ist auch kein Konsens für ein Biosphärenreservat zu erkennen.“ Freiherr Heereman stellte grundsätzlich klar: „Wenn wir Lippe durchlassen, kriegt Lippe Kinder. Einer der ersten Kandidaten wird dann Arnsberg sein.“

Zwölf Mitglieder weniger

Aber auch die Windkraftnutzung im Wald, neue Vorschläge zum Reiten im Wald und die geplante Änderung des Jagdrechtes gehörten zu Heeremans Themen bei der Versammlung des aktuell noch 309 Mitglieder (minus 12) starken Kreisverbands. Das Treffen wurde vom Vorsitzenden Karl-Heinrich Hoyer und dem neuen Vorsitzenden der Bielefelder Gruppe Siegfried Wißbrock geleitet.

Heereman plädiert für die Windkraftnutzung im Wald, fürchtet aber Artenschutz-Einsprüche. Wilhelm Gröver, der Leiter der Abteilung Umwelt des Kreises Gütersloh, sagte: „Das kann vernünftig abgearbeitet werden.“

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