Wartezeit ist im Juni wieder gestiegen
Archivbild: Neitemeier
Hohe Kundenfrequenz und komplexere Geschäftsvorfälle: Das sind dem Kreis zufolge zwei Gründe für die in den vergangenen drei Monaten deutlich gestiegenen Wartezeiten in der Zulassungsstelle der Abteilung Straßenverkehr. Um das Problem in den Griff zu bekommen, haben acht Teilzeitkräfte vorübergehend ihr Stundenkontingent aufgestockt. Am 21. September kommt das Thema im Kreisausschuss zur Sprache.
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Das teilte Kreis-Sprecher Jan Focken auf Anfrage mit. Für die Monate Januar bis März stehen Wartezeiten zwischen 15 und 26 Minuten zu Buche. Nach Beschwerden von Bürgern über den kontinuierlichen Anstieg hatte die SPD-Kreistagsfraktion vor knapp vier Wochen in einem Brief an die Kreisverwaltung nach den Gründen für die negative Entwicklung und mögliche Gegenmaßnahmen gefragt („Die Glocke“ berichtete).

Noch keine Trendwende in der Zulassungsstelle

In der mit Datum vom 26. Juni als Vorlage für den Kreisausschuss am 21. September verfassten Antwort erklärte Landrat Sven-Georg Adenauer unter anderem, dem weiteren Anstieg sei vorgebeugt worden. Doch die kurz darauf vorliegenden Juni-Zahlen sprechen mit dem Anstieg von 45 auf 47 Minuten eine andere Sprache. So bleibt es bei der weiteren Aussage des Landrats, eine entscheidende Wende habe noch nicht erreicht werden können.

Um die aktuelle Misere zu bekämpfen, haben acht Teilzeitkräfte der Zulassungsstelle ihr Stundenkontingent erst einmal bis Oktober aufgestockt. Nach Angaben von Kreis-Sprecher Jan Focken mache diese Maßnahme mit 44 Stunden je Woche gut eine Vollzeitstelle aus. Zudem würden in Spitzenzeiten auch Mitarbeiter aus anderen Bereichen der Abteilung an den Zulassungsschaltern eingesetzt. Im Kreisausschuss am 21. September wird es auch um die Frage gehen, ob für diese Aufgabe mit 24 Mitarbeitern auf 17 Stellen genug Personal zur Verfügung steht oder dauerhaft weitere Kräfte benötigt werden.

Der Kreisverwaltung zufolge lag die durchschnittliche Wartezeit in den Monaten Januar bis Mai für die rund 25 000 Kunden bei 31 Minuten. Das ist etwas mehr als die vom Kreis im Haushaltsplan festgelegte Zielmarke von 30 Minuten und, so Landrat Adenauer, „nicht zufriedenstellend“. Der Kreisverwaltung zufolge ist es im April und Mai vorgekommen, dass 60 Kunden und mehr gleichzeitig gewartet haben – einige in der Spitze bis maximal drei Stunden.

22 Minuten stehen im Schnitt für das Jahr 2014 zu Buche

Besonderes bemerkenswert war nach der vorgelegten Statistik der Mai: Mit 45 Minuten war die Wartezeit im Vergleich zum Vorjahr (21) mehr als doppelt so hoch. Wie der Juni ragt auch der April mit 47 Minuten (2014: 37) heraus. Zuwächse gab es auch im Januar (15 statt 10 Minuten) und im März (26 statt 23), während sich der Februar im Jahresvergleich mit 18 zu 22 Minuten günstiger darstellte. Im Jahr 2014 betrug die Wartezeit im Schnitt 22 Minuten (2012: 20; 2013: 19). Höchstmarke in den vergangenen acht Jahren waren 26 Minuten (2007).

Mehr zu dem Thema lesen Sie auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ vom 17. Juli.

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