Warum ein Glockenturm am Altenheim steht
Freude über die Tafel mit Erläuterungen zum Glockentürmchen: (v. l.) Bernd Zilger vom Caritas-Altenheim, Heinrich Sander, Markus Krogmeier und Daniel Gerkens von der Stukenbrocker Ortsgemeinschaft, Sponsor Richard Brink und Klaus-Jürgen Streck, der Sozialwerk-Experte.

Das Türmchen steht vor dem Caritas-Altenheim in Stukenbrock. Bernd Zilger, der Leiter des Hauses am Pastorat, berichtet, dass immer wieder Bewohner, Angehörige oder Passanten danach fragten, was das für eine Glocke sei. Eine Edelstahltafel gibt jetzt die Antwort. Sie wird von der Stukenbrocker Ortsgemeinschaft neben dem kleinen Turm aufgestellt.

An diesem Sonntag, wenn die Johannes-Baptist-Gemeinde ihr Patronatsfest feiert und bei einer Prozession am Altenheim Station macht, soll die Gedenk- und Erklärtafel feierlich eingeweiht werden. Es handelt sich um den Glockenturm der katholischen Lagerkirche im Sozialwerk Stukenbrock.

Das in einer ehemaligen Baracke für Kriegsgefangene unterbrachte Gotteshaus war dem Heiligen Bruno geweiht. Als das Sozialwerk Anfang der 70er-Jahre geschlossen und die Kirche abgerissen wurde, um dem Sportplatz der Polizeischule zu weichen, blieb einzig der Turm erhalten.

Er wurde dem neuen Caritas-Altenheim überlassen und stand viele Jahre hinter dem Haus. Erst mit dem Abschluss von Renovierungsarbeiten im Jahr 2008 bekam der Turm einen repräsentativeren Platz vor dem Heim, allerdings ohne irgendwelche Erläuterungen zu seiner Bedeutung und Historie. Das ist jetzt vorbei. Klaus-Jürgen Streck, der selber in dem Flüchtlingslager für Menschen aus dem Osten aufgewachsen ist, hatte auf die Aufstellung der Tafel gedrungen. Es gehe darum, die Erinnerung ans Sozialwerk, das eine Erfolgsgeschichte gewesen sei, wachzuhalten, betont der CDU-Ratsherr.

Daniel Gerkens von der Ortsgemeinschaft sagt: „Wir hoffen, dass die Tafel neugierig macht auf die Geschichte. Schließlich war das Sozialwerk ganz wesentlich für die Entwicklung unserer Stadt.“

Der 70 Jahre alte Klaus-Jürgen Streck hält kostenfrei Vorträge über das Sozialwerk Stukenbrock. Vereine und Gruppen, die sich dafür interessieren, sollten sich bei ihm unter Telefon 05207/2276 melden. Nach Strecks Angaben haben seit der Gründung 1948 rund 220.000 Menschen zeitweilig im Sozialwerk gelebt.

SOCIAL BOOKMARKS