Weitere Hausärzte sind willkommen
Bild: Bitter
Ärztehäuser sind aus der Sicht der Kassenärztlichen Vereinigung eine Möglichkeit, die Struktur eines Ortes so zu verändern, dass er für den Zuzug junger Ärztinnen und Ärzte attraktiv wird
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Dort gilt eine Messzahl von einem Hausarzt auf 1693 Einwohnern. Danach beträgt der Versorgungsgrad 96,7 Prozent. Von den 249 Ärzten sind 39 zwischen 65 und 69 Jahren alt und elf bereits über 70 Jahre (Die Messzahlen variieren von Bereich zu Bereich). Der nächst größere Sektor ist Gütersloh mit Versmold, Harsewinkel und Verl. Dort beträgt der Versorgungsgrad 91,5 Prozent. Von den 91 Hausärzten sind 16 zwischen 65 und 69 sowie fünf älter als 70 Jahre.

Für Rheda-Weidenbrück mit Herzebrock-Clarholz und Langenberg meldet die Statistik 90,5 Prozent mit 40 Medizinern, von denen acht 65 bis 69 und drei mehr als 70 Lenze zählen. Auf lediglich 85,7 Prozent kommt Halle mit Borgholzhausen bei 16 Ärzten. Von ihnen haben vier bereits den 65. Geburtstag und einer den 70. gefeiert.

Den von der Einwohnerzahl her kleinsten Mittelbereich stellt Rietberg in den Grenzen des früheren Amtsbezirks dar mit 28 696 Einwohnern und einem Ausstattungsgrad von 103,3 Prozent bei 17 Ärzten, von denen nur zwei das „Rentenalter“ zwischen zwei 65 und 69 Jahren erreicht haben.

Dr. Matthias Gubba als Leiter des Kreisgesundheitsamts zeigte sich im Gesundheitsausschuss des Kreistags im Einklang mit der Vorsitzenden Birgit Niemann-Hollatz (Grüne) verwundert über stark abweichende Bevölkerungszahlen und Ausstattung der Mittelbereiche. So habe Rietberg nicht einmal ein Krankenhaus.

Ansgar von der Osten als Vertreter der KVWL verriet, die Definition Mittelbereich basiere auf einem Beschluss der Ministerkonferenz für Raumordnung. Seine positive Nachricht: „Überall im Kreis Gütersloh dürfen sich noch Hausärzte niederlassen.“ Sofort dämpfte er etwaige Euphorie: „Es sind aber nicht genug junge Ärzte da, um die ausscheidenden auszugleichen.“ Als einzigen Ausweg sieht der Fachmann, „vor Ort Strukturen zu schaffen, die ihn für junge Ärztinnen und Ärzte attraktiv machen.“ Als ein Beispiel nennt er Ärztehäuser. Auf die Frage Dr. Grubbas, ob Kommunen in Vorleistung treten sollten, antwortete von der Osten mit der dringenden Empfehlung, nichts an der Ärzteschaft vorbeizuplanen.

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