Weniger Mähen für mehr Insektenschutz
Es soll brummen und summen auf den kreiseigenen Liegenschaften. Die Grünen hatten im vergangenen Jahr einen Antrag gestellt, bisherige Rasenflächen insektenfreundlich umzugestalten. Die Abteilung Umwelt des Kreises hat jetzt das Areal am Berufskolleg Halle begutachtet und schlägt vor: weniger mähen, damit die Pflanzen mehr Zeit haben, um zu wachsen und Samen zu verteilen.

Als ersten Anlaufpunkt hat sich der Fachbereich Umwelt des Kreises die Grünfläche am Berufskolleg in Halle vorgenommen. „Das ist mit die umfangreichste Fläche, die wir haben“, sagt Wilhelm Gröver, Leiter der Abteilung Umwelt. Dort stehen wegen Baumfällungen demnächst auch Ersatzbepflanzungen an. Die Abteilung hätte also ohnehin die Grünfläche dort unter die Lupe genommen, wegen des Beschlusses des Kreisausschusses zur insektenfreundlichen Umgestaltungen im vergangenen November nun aber noch einmal genauer.

Die Mitarbeiter besichtigten das Areal, um herauszufinden, wie das Grün insektenfreundlich umgestaltet werden könnte. „Es sieht gut aus“, zieht Wilhelm Gröver ein erstes Fazit. Er schlug nun vor, die Mähintervalle zu ändern. So sollen die Maschinen nur noch etwa zwei- oder dreimal im Jahr über die Wiesen rollen. „So haben die Pflanzen mehr Zeit, zu blühen und ihre Samen zu verteilen“, erklärt Gröver die Idee dahinter.

Wie das dann aussehen könne, sei am Kreishaus in Gütersloh zu sehen. Dort werde auch zwischen den Mäh-Terminen mehr Zeit als üblich gelassen. „Das ist im Übrigen auch für private Haushalte empfehlenswert, die in ihrem Garten etwas für den Insektenschutz tun wollen“, so der Abteilungsleiter.

Und es müsse auch nicht immer eine teure Samenmischung sein, um einen Blühstreifen anzulegen. „Man muss gucken, was für ein Potenzial im Boden steckt“, sagt Gröver. Denn oftmals würden schöne und nützliche Pflanzen wachsen – wenn sie nicht direkt abgemäht würden. Der Boden am Berufskolleg in Halle mit seiner sandigen Beschaffenheit hat übrigens gute Voraussetzung, um als Basis für ein vielfältiges und buntes Stück Natur zu dienen.

Diese Variante sei zudem nicht kostenintensiv. Denn Samen müssten nicht gekauft werden. Und die Pflege des Außengeländes werde verringert statt intensiviert.

Außer der Fläche am Berufskolleg in Halle sollen über diesen Sommer auch die anderen kreiseigenen Liegenschaften begutachtet werden. Auch dort wird überlegt, die Mähintervalle zu verlängern und das Potenzial der Böden zu nutzen, um mehr Artenvielfalt zu erhalten. Ganz so schnell, wie man meinen könnte, ist die Umgestaltung der Liegenschaften aber nicht umzusetzen. Denn für das Mähen ist der Wertkreis Gütersloh zuständig. Mit ihm gibt es einen gültigen Vertrag. Der soll wahrscheinlich zum Jahreswechsel geändert werden.

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