Wirtschaft blickt optimistisch auf 2014
Trotz mancher Risiken wie die Energiepreise und die Auslandsnachfrage blicken Industrie, Handel und Dienstleister im Kreis Gütersloh mit Optimismus auf das Jahr 2014. Das hat die jüngste Konjunkturumfrage der IHK Bielefeld gezeigt, deren Ergebnisse am Donnerstag IHK-Geschäftsführer Dr. Christoph von der Heiden und IHK-Vizepräsident Dr. Markus Miele vorstellten.

Miele sprach von einer Konjunktur „auf solidem Niveau“. Der Index, der die Einschätzungen der momentanen Lage und die Zukunftserwartungen in den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistungen abbilde, stehe wie im Herbst bei 123 Punkten.

Der Wert für die gut ausgelastete Industrie habe von 124 auf 127 Punkte zugelegt, Handel und Dienstleistungen seien leicht rückläufig. 378 Unternehmen mit 40 160 Beschäftigten hatten sich an der Umfrage beteiligt.

Gestiegene Erwartungen bei der Industrie

Das Plus bei der Industrie sei auf die gestiegenen Erwartungen an die nächsten Monate insbesondere beim Export zurückzuführen, sagte der IHK-Vizepräsident. Denn ihre aktuelle Geschäftslage bezeichneten statt 56 Prozent im Herbst derzeit nur 45 Prozent der Betriebe als gut – ein Wert, der in der Region gleichwohl überdurchschnittlich sei. Verbesserungen der Lage erwarteten 23 Prozent (Herbst: 16 Prozent), ohne dass damit die Hoffnung auf höhere Erträge verbunden sei.

Das liegt laut Miele auch an vielfältigen Risiken wie der Auslandsnachfrage („Wir haben da noch Nachholbedarf“), den Arbeitskosten und an erster Stelle an den Energiepreisen, die 75 Prozent der Industriebetriebe im Kreis sehr kritisch sehen. Die eingeleitete Kurskorrektur bei der Energiewende reiche nicht aus. Energieintensive Unternehmen seien weiter auf Entlastungen angewiesen, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.

Verlässlichkeit der Politik gefordert

Für bestehende Anlagen zur Eigenstromerzeugung forderte Miele von der Politik Verlässlichkeit ein. Es sei falsch, solche Systeme im Nachhinein mit der EEG-Umlage zu belegen. Gleiches gelte für Neuanlagen.

Der Fachkräftemangel nimmt nach der Umfrage nur Platz sechs bei den wirtschaftlichen Risikofaktoren ein, eine Folge der noch relativ jungen Kreisbevölkerung. IHK-Geschäftsführer Dr. Christoph von der Heiden spricht angesichts des prognostizierten Bevölkerungsrückgangs von einem „schlafenden Riesen, der uns in einigen Jahren mit voller Wucht treffen wird“. Wie sich Zuwanderung auf den Fachkräftemangel auswirke, bleibe abzuwarten.

Mehr zu diesem Thema und zu den Ergebnissen der amtlichen Industriestatistik 2013 für den Kreis Gütersloh lesen Sie auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ vom 28. Februar.

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