Wo geht‘s mit dem Fahrrad lang?
Bild: Scheffler
Als Einladung, mit dem Rad weiter links zu fahren, sieht Heinz Felderhoff die Markierungen und das Ampelzeichen auf der Kreuzung Avenwedder-/Osnabrücker Landstraße. Der Weg im weiteren Verlauf rechts ist ohne Benutzungspflicht.
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Viele davon zu Unrecht, meint Heinz Felderhoff. Der ehemalige Polizeibeamte fordert, erst einmal die unklaren Situationen im Radwegesystem zu beseitigen. Bis zu seiner Pensionierung 2002 arbeitete der jetzt 77-Jährige als Unfall-Sachbearbeiter bei der Kreispolizeibehörde. Und erlebte laut eigener Erinnerung immer wieder, dass Unfälle mit Fahrradfahrern oft dort passiert seien, wo unklar gewesen sei, ob der Radler auf der richtigen Seite oder überhaupt auf einem Radweg unterwegs gewesen sei. An diesen dubiosen Verhältnissen, vor allem bei der Kennzeichnung, habe sich nichts geändert. „Wir brauchen klare Verhältnisse, die jeder Radfahrer versteht, ohne Verkehrsrecht studiert zu haben“, fordert Heinz Felderhoff.

Ortstermin an der Kreuzung Avenwedder-/Spexarder Straße in Gütersloh: Wer sich aus Richtung Sürenheide links auf dem vorgeschriebenen Radweg nähert und weiter geradeaus fahren will, hat die Qual der Wahl. Das Fahrradsymbol auf der Fußgängerampel geradeaus lädt dazu ein, weiter auf dem linken Weg zu fahren. Andererseits scheint sich rechts von der Fahrbahn nach der Kreuzung ein Radweg zu befinden. Was tun? Der ehemalige Polizist dazu: „Weil seit dem 1. September 2009 ein Radweg nicht mehr durch eine Kreuzung beendet wird, sondern nur durch ein Schild mit dem Zusatz ,Ende‘, verläuft der Radweg nach der Kreuzung weiterhin links. Zumal der rechte Weg kein entsprechendes Verkehrszeichen aufweist.“

„Irreführende Farben“

Seit mehr als einem Jahrzehnt registriert Felderhoff solche Gefahrenstellen, die Radfahrern Kopfzerbrechen bereiten. An einigen Kreisverkehren ist dem Rentner auf Wegen außerhalb der Fahrbahn aufgefallen, dass sie in Teilen eine rote Farbe aufweisen. Sollen die Radler dorthin ausweichen, obwohl sie kurz davor auf dem korrekten Radweg noch auf die Straße dirigiert wurden? Felderhoff: „Durch diese irreführenden Farben wird suggeriert: ,Haltet die Straße frei für Autos‘.“ Der Kritiker appelliert an die zuständige Straßenverkehrsbehörde, „nicht mehr Malereien aufzubringen, die rechtlich nicht haltbar sind“.

 Um klare Verhältnisse zu schaffen, solle die Benutzungspflicht von Radwegen aufgehoben werden, sagt der Polizist im Ruhestand. „Dann kann sich jeder nach seinen Fähigkeiten im Verkehr bewegen, wobei Kinder und Ältere sicher den Radweg bevorzugten.“ Beim Wegfall der Benutzungspflicht seien auch Radsportler geschützt, die sich mit ihren Rennrädern jetzt rechtswidrig auf der Straße bewegten.

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