Wohnmobilmuseum wieder ins Leben rufen
Bild: Daub
Westfalia Mobil-Gechäftsführer Mike Reuer sucht museale Schätzchen.
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In elf Auktionen im Internet waren seltene ostwestfälische Zeugnisse frühen mobilen Campierens unter den Hammer gekommen. 2010 wurde nach einer Insolvenzphase der Traditionshersteller aus Rheda-Wiedenbrück von der französischen Rapido-Gruppe übernommen. Dem Kaufmann Hans Schalück aus St. Vit flatterte nun im November ein Brief der Westfalia Mobil ins Haus. Schalück hatte 2009 zugegriffen und einen „Lord von Hannover“, auch „Silberfisch“ genannt, weil er nur in Chromsilber ausgeliefert wurde, ersteigert. Es ist ein VW T2-Bulli, Baujahr 1979, den Schalück zurzeit in Wadersloh restaurieren lässt. „Unser großer Wunsch ist es, das Westfalia-Museum wieder aufzubauen, um so die Historie wieder aufleben zu lassen. Aus diesem Grund fragen wir an ...“ las Schalück erstaunt, und reagierte euphorisch: „Das finde ich toll. Diese Exponate müssen wieder an ihren Ursprungsort zurück. Ich mache mit!“ Darüber freuen sich Westfalia Mobil-Gesellschafter Pierre Rousseau, Mayenne, Frankreich, und sein Geschäftsführer Mike Reuer, der den Brief unterzeichnete.

Mit Augenmaß und fair verhandeln

Der 53-jährige Würzburger Manager, an der Franz-Knöbel-Straße 34 zu finden, sagte der „Glocke“: „Wir haben in das Archiv geguckt, das war total spannend. Der erste deutsche Campingbus kam 1951 von Westfalia. Aber wir haben mit Erschrecken festgestellt, dass ein schönes Museum aufgelöst wurde ...“. Die früheren Besitzer, die Knöbels, hätten von jedem gebauten Fahrzeug aus der ersten Serie jeweils eines beiseite gestellt. Dokumentiert sei demnach eine Sammlung von zehn bis zwölf Campingbussen, nach denen zuallererst Ausschau gehalten werde. Mike Reuer weiter: „Natürlich wissen wir um den Wert dieser Fahrzeuge. Wir haben ein bescheidenes Budget, können keine Höchstpreise zahlen. Aber wir appellieren an die Besitzer, die wir auf dem Oldtimermarkt ausfindig machen wollen, mit uns mit Augenmaß und fair zu verhandeln.“ Zwei Westfalia-Oldies wurden nicht verkauft. Reuer: „Wir haben noch einen Campingbus von 1953/54 mit DKW-Fahrgestell und einen Ford Transit Nugget mit Wohnaufbau von 1986.“ Erworben hat die Westfalia Mobil vor kurzem einen VW T3, Baujahr 1981. Ein Fahrzeug, das luftgekühlt ist und noch den Originalzustand aufweist. Ein Kölner, der sich 2009 seinen Mobilistentraum erfüllte, gab es nun zurück. Reuer: „Zum fairen Preis.“

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