Wolken wegschieben und Licht machen
Bild: Bitter
Sie tragen den neuen Verein „Wolkenschieber“, der Kindern schwerstkranker Eltern helfen will: (v. l.) Initiatorin Andrea Hucketewes, Wolfram Kleinemas (Diakonie), die Vorsitzende Sabine Wolff, Patricia Schmolke (Hospiz), Ulrike Weickert-Zimmermann (Städtisches Klinikum), Thomas Plugge (Caritas) und Elisabeth Schultheis-Kaiser (Palliativverein).
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Ihre Stellvertreterinnen sind Andrea Hucketewes, die das ambulante Palliativnetz des Kreises koordiniert, und Ulrike Weickert-Zimmermann, Psycho-Onkologin am Klinikum Gütersloh. Die Verantwortlichen bedanken sich für die finanzielle Starthilfe durch den Lions-Club Gütersloh-Wiedenbrück.

Hilfe für Kinder schwerstkranker Eltern

Andrea Hucketewes weiß aufgrund ihrer Hausbesuche, wovon sie spricht. Angesichts sterbender Väter und Mütter seien ihr zunehmend die Nöte der Kinder klar geworden, berichtet sie. Die Initiatorin schildert: „Die Eltern sind mit der Erkrankung, der Neuorganisation des Haushalts und Existenznöten beschäftigt. Außer dem Zeitfaktor verhindert die Unsicherheit, dass über die belastende Situation gesprochen wird. Der Verein möchte die Sprachlosigkeit durchbrechen und handfeste Alltagshilfen leisten.“

Laut Hucketewes stellen sich den Eltern viele Fragen, zum Beispiel: wie viel kann ich dem Kind zumuten? Inwieweit müssen Schule und Kindergarten Bescheid wissen? Ulrike Weickert-Zimmermann: „Ich sehe das auch prophylaktisch, damit es bei den Jungen und Mädchen erst gar nicht zu psychischen Störungen kommt.“

Breites Netzwerk

Auf das Netzwerk komme es an und die für betroffene Familien kostenlose Beratung, wenn die Belastung zu groß werde. So sind die Caritas mit Thomas Plugge, die Diakonie mit Wolfram Kleinemas, der Hospiz- und Palliativverein mit Elisabeth Schultheis-Kaiser und Patricia Schmolke, das Kinderschutzzentrum der Arbeiterwohlfahrt an der Böhmerstraße und der Kinderschutzbund an der Marienstraße mit im Boot.

Die Vorsitzende Sabine Wolff hebt als besonders hervor, dass Institutionen unter einem Hut an einem Tisch sitzen, die Konkurrenten sein könnten. „Wir können die Ressourcen vorhandener Angebote nutzen“, erläutert Plugge, ergänzt jedoch: „Den eigenen Verein wollten wir schon.“ Wolken beiseiteschieben bedeutet für Ulrike Weickert-Zimmemann Licht machen. Sie wartet auf Anmeldungen, um ein Gruppenangebot für Kinder schwerstkranker Eltern zusammenstellen zu können. Ihrer Partnerin Sabine Wolff ist klar: „Die Gruppe wird immer eine neue sein.“ Interessenten können montags bis donnerstags zwischen 9 und 16 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr unter w 0176/38864929 Kontakt zum Verein „Wolkenschieber“ aufnehmen.

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