Zahl der verunglückten Radfahrer steigt
Bild: Eickhoff
In diesem Jahr sind im Kreis Gütersloh bereits drei Radfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Zuletzt starb am 5. Juli eine ältere Frau bei einer Kollision mit einem Auto auf dem Lümernweg in Wiedenbrück. Insgesamt ist die Zahl der verletzten oder gar getöteten Radfahrer im ersten Halbjahr kreisweit um 40 Prozent gestiegen.
Bild: Eickhoff

Die Steigerungsrate beträgt 42 Prozent.  Die Polizei reagiert mit vermehrten Kontrollen und verstärkter Aufklärung. Zudem wenden sich die Beamten erneut mit einem eindringlichen Appell zur gegenseitigen Rücksichtnahme an alle Verkehrsteilnehmer, die kreisweit unterwegs sind.

Das milde Frühjahr ist eine Erklärung

Warum sind deutlich mehr Radfahrer verunglückt? Diese Frage kann Udo Linnenbrink als Leiter des Verkehrskommissariats bei der Kreispolizeibehörde Gütersloh nicht eindeutig beantworten. „So banal es klingt, eine Erklärung ist das Wetter“, sagt der Erste Polizeihauptkommissar. Das Frühjahr sei sehr mild gewesen, so dass mehr Bürger als sonst in dieser Phase das Rad genutzt hätten, was in dem traditionell sehr fahrradstarken Kreis Gütersloh zwangsläufig zu mehr Unfällen geführt habe.

Drei Senioren sterben

Polizeihauptkommissar Michael Orzel lässt Zahlen sprechen: „Im März verunglückten 39 Radfahrer, ein Jahr zuvor waren es 20. Im April stieg die Zahl von 21 auf 47 und damit um mehr als das Doppelte an. Im Mai kamen 50 statt 27 im Jahr zuvor zu Schaden“, so der Leiter der Führungsstelle in der Direktion Verkehr. Insgesamt wurden 250 (Vorjahr 177) Radfahrer leicht und 47 (33) schwer verletzt. Zwei Radfahrer wurden getötet. Im ersten Halbjahr 2013 war es nur einer. Inzwischen haben in diesem Jahr bereits drei Menschen, die mit dem Rad auf der Straße unterwegs waren, bei einem Verkehrsunfall ihr Leben verloren – allesamt um die 75 Jahre alt.

Fahren auf der falschen Seite ist Hauptunfallursache

Was ist die häufigste Unfallursache? Laut Polizei ganz eindeutig die Nutzung von Radwegen in die falsche Richtung, bei der auch mal zwei Radler zusammenstoßen. Deswegen wollen die Beamten nach der Sommerpause ihre im April mit der Stadt Gütersloh gestartete Piktogramm-Aktion gegen Geisterfahrer auch fortsetzen. Die Botschaft des neon-gelben, an neuralgischen Stellen auf den Boden gesprühten Symbols lautet: „Geisterradler bitte wenden“. Eine weitere Hauptunfallursache ist der Polizei zufolge Fahren auf dem Gehweg. Oft kommt es zu Kollisionen mit einem aus einer Einfahrt kommenden Auto oder einem Fußgänger.

Mehr zu diesem Thema, insbesondere zu der Frage, was zu tun ist, lesen Sie auf der Seite Kreis Gütersloh in der „Glocke“ vom 2. August.

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