Ziele erreicht - Fortsetzung folgt 
Bild: Neitemeier
Stolz auf den Erfolg von „Be my Angel“: (v. l.) die Schutzengel Lena Ostermann und Leonie Stockhecke, Detlef Stieg (Kreis Gütersloh) Dr. Iris Mühlenbruch (Uni Duisburg-Essen), Landrat Sven-Georg Adenauer, Margit Picker (Kreispolizeibehörde) und Projektleiter Michael Haftmann.
Bild: Neitemeier

374 Menschen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren verunglückten im Jahr 2007 zwischen Borgholzhausen und Langenberg. „Eine erschreckende Zahl, mit der wir landesweit den vorletzten Platz belegten und die den Anstoß zum Handeln gab“, blickte Projektleiter Michael Haftmann gestern im Kreishaus Gütersloh zurück.

Aufbauend auf Erfahrungen aus Dänemark und dem Landkreis Soltau-Fallingbostel wurde das „Be-my-Angel“-Projekt von  Kreis, Polizei, Verkehrswacht und vielen Sponsoren ins Leben gerufen und in kurzer Zeit durch gezielte (Werbe-)Aktionen bekanntgemacht. Schnell registrierten sich 5000 Jungen und Mädchen zwischen 16 und 24 Jahren als Schutzengel.

Sie verpflichteten sich, im Straßenverkehr nicht zu rasen, sich anzuschnallen und sich nicht unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen ans Steuer zu setzen. Und sie sagten zu, Gleichaltrige zu einem ebensolchen verkehrsbewussten Verhalten zu animieren.

12 500 Schutzengel registriert

Inzwischen gibt es kreisweit 12 500 Schutzengel, denen Landrat Sven-Georg Adenauer ausdrücklich für ihr Engagement dankt. Dass ihr Wirken und das Projekt selbst sich auszahlen, kann Dr. Iris Mühlenbruch von der Uni Duisburg-Essen repräsentativ belegen. Nach ihrer Analyse ist die Zahl der verunglückten jungen Fahrer seit 2007 um 20,3 Prozent gesunken. Das gesetzte Ziel des Rückgangs um 20 Prozent sei erreicht.

Die Entwicklung sei statistisch signifikant und mit hoher Wahrscheinlichkeit auf das Schutzengel-Projekt zurückzuführen, wie Vergleiche mit ähnlich strukturierten Kreisen zeigten. Im Landesschnitt seien „nur“ 12,7 Prozent weniger junge Fahrer verunglückt, so Mühlenbruch. Die Zahl der in Autos mit GT-Kennzeichen Betroffenen sei sogar um 30 Prozent gesunken.

Die Online-Befragung von 3074 Schutzengeln förderte die ernsthafte Motivation und das hohe Problembewusstsein der jungen Menschen in Sachen Unfälle zu Tage. Mühlenbruch: „Viele sind erfolgreich eingeschritten, viele haben ihr Verhalten geändert.“

Mehr zu dem Thema lesen Sie auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ vom 21. Juli.

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