Zum Jahresstart Finanzspritze fürs Museum
Bild: Sudbrock
Kostenfaktor oder kulturelle Bereicherung? Einblicke in die „Wiedenbrücker Schule“ und die Wiedenbrücker Stadtgeschichte gibt das Wiedenbrücker-Schule-Museum an der Hoetger-Gasse.
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Seine Fraktion lehnte den Beschlussvorschlag an den Rat ab, dass der „Stiftung Ausstellungs- und Begegnungsstätte Wiedenbrücker Schule“ zu Beginn eines Kalenderjahrs ein fester Zuschuss von 35 000 Euro gezahlt wird. Letztlich stand er in der Abstimmung alleine da: Die Mehrheit empfahl dem Rat, für die finanzielle Unterstützung grünes Licht zu geben.

Die Beschlussempfehlung hatte der Aufsichtsrat der Flora-Westfalica-GmbH unterbreitet. Wie in der Sitzungsvorlage der Flora dargelegt wird, würden nun in dem 2009 eröffneten Wiedenbrücker-Schule-Museum erste Reparaturen und Instandhaltungsmaßnahmen fällig. Ein Vertrag zwischen der Stiftung und der Stadt besage, dass die Stiftung aus eigenen Mitteln solche Aufgaben an dem Gebäude der früheren Werkstatt ebenso zu bestreiten habe wie „Umgestaltungen des Museums und Unterhaltungsmaßnahmen für die Museumsgegenstände“. Um dies leisten zu können, soll sie eine „angemessene Instandhaltungsrückstellung“ bilden.

Diese könne die Stiftung aber nicht aufbauen. Grund dafür sei im Wesentlichen das niedrige Zinsniveau. Der Ertrag aus dem festverzinslich angelegten Stiftungskapital liege derzeit bei 6000 Euro, ursprünglich aber sei mit einer Größenordnung von 21 000 Euro gerechnet worden. Die Stadt zahle schon den notwendigen Zuschuss in Höhe von bis zu 35 000 Euro. Bisher gab es das Geld aber erst nach Vorlage des Jahresabschlusses, was laut Flora zu „Liquiditätsengpässen der Stiftung“ geführt habe. In diesem Jahr seien deshalb schon zweimal je 10 000 Euro gezahlt worden, damit die Stiftung zahlungsfähig blieb.

Patrick Büker kritisierte, dass das Museum „hochspezifisch“ sowie „einseitig“ und vorwiegend für Fachbesucher von Interesse sei. Seine Fraktion würde nur einer zunächst auf ein Jahr befristeten Unterstützung zustimmen. Daran geknüpft sei zudem die Maßgabe, dass sich das Museum in dieser Zeit überlege, wie es sich künftig „breiter aufstellen“ könne.

Museum keine Pommesbude 

„Das ist keine Pommesbude in zentraler Lage“, betonte Volker Brüggenjürgen, Grünenpolitiker und zugleich Mitglied im Aufsichtsrat der Flora-Westfalica-GmbH, dass man nicht den Anspruch erfüllen könne, so ein Museum kostendeckend zu betreiben. Es gehe nicht darum, ob sich das Museum rechne, sondern darum, dass es „Teil unserer Ortsgeschichte“  sei. Nach einem „sehr langen Entscheidungsprozess“ habe sich seinerzeit der Rat für dieses Museum ausgesprochen. Er glaube, dass auch Rheda-Wiedenbrücker die Einrichtung, womöglich wiederholt, besuchten.

Überrascht über den Vorstoß Bükers zeigte sich Uwe Henkenjohann von der CDU und zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Flora-Westfalica-GmbH.  Ein Museum dieser Art mit schwarzer Null oder mehr zu betreiben funktioniere in keiner Stadt. Den Bürgern, die sich ehrenamtlich für das Museum engagierten, würde Büker „vors Knie treten“. Zugleich kritisierte er die harten Worte Bükers und empfahl Zurückhaltung. Er merkte an, dass man schließlich nicht wisse, wie lange die FDP noch reite.

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