Zuschuss für Stalag unverändert
Führung durch die Dokumentationsstätte: (v. l.) Renate Bölling (Vorsitzende des Kreiskulturausschusses), Gudrun Mackensen (Abteilungsleiterin Schule beim Kreis), die Praktikanten Jan Rugge-Fechtelpeter und Sabine Ebing-Lohaus sowie vom Förderverein Kai Stenzel und Oliver Nickel.

Das Gremium tagte vor Ort auf dem Areal am Lippstädter Weg in Stukenbrock-Senne, das seit 1970 das Polizeiausbildungsinstitut „Erich Klausener“ des Landes Nordrhein-Westfalen nutzt. Durch die Ausstellung im ehemaligen Arrestgebäude führte Oliver Nickel vom Förderverein. Er kümmert sich um die Aufarbeitung der Geschichte des am 2. Februar 1945 von Amerikanern befreiten Strafgefangenlagers, das unter dem Oberkommando der deutschen Wehrmacht stand.

Befreite sowjetische Kriegsgefangene sprechen von 65000 Toten infolge katastrophaler Lebensbedingungen. In der Mehrzahl waren es Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion, aber auch Franzosen, Polen und Italiener. Ihre Leichen ruhen in Massengräbern auf dem heutigen Ehrenfriedhof sowjetischer Kriegstoter. Nickel berichtete, dass rund 11 000 Opfer identifiziert seien. Dabei hätten von Sowjets überlassene Personalkarten wesentlich geholfen.

Opfer-Identifizierung als Hauptaufgabe

Der Sprecher des Fördervereins bekommt immer noch Anfragen aus der Enkelgeneration von Nachfahren, die sich auf den Weg nach Stukenbrock machen. Nickel: „Deshalb bleibt die Opfer-Identifizierung eine unserer Hauptaufgaben.“ Ziele des Fördervereins sind die Sicherstellung einer wissenschaftlichen und pädagogischen Betreuung, die Pflege des Andenkens an die zwischen 1941 und 1945 umgekommenen Kriegsgefangenen, die Führung von Besuchergruppen und die Zusammenarbeit mit Dokumentationsstätten.

 In der früheren Entlausungsstation gegenüber dem Ausstellungsgebäude erhält der Verein weitere Räume für die pädagogische Arbeit. Dazu gehört eine neue schülergerecht gestaltete Internetseite. Der Kreis Gütersloh wird sich beim Land dafür einsetzen, dass dem ehrenamtlich arbeitenden Verein die Nebenkosten für die Nutzung der Baracke und der Entlausungsstation erlassen werden.

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