Zuwachs bei Familie Bohnensteffen
Bild: Ibeler
Der in Amerika geborene Jacob Isaiah hält seine Adoptiveltern Axel und Birgit Bohnensteffen in Schloß Holte-Stukenbrock schon richtig auf Trab.
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Nach rund sechs Monaten – in der Regel dauert eine Probezeit mit den Berichten über die Tauglichkeit der Adoptiveltern viel länger, in anderen Ländern oft Jahre – hat das Familiengericht in Philadelphia die Adoption ausgesprochen. Dazu musste das Elternpaar nicht erneut in die USA fliegen. Per Videokonferenz ging der zehnminütige Verwaltungsakt über die Bühne – im Landhotel Jäckel in Halle, das die entsprechenden technischen Voraussetzungen bieten konnte.

Jacob Isaiah ist nicht das erste Adoptivkind der Bohnensteffens. Vor sieben Jahren kam bereits Töchterchen Martha – ebenfalls ein afroamerikanisches Kind – in die Familie. Auch für sie hatte das Ehepaar den schwierigen Weg der offiziellen Adoption auf sich genommen und das Kind zugesprochen bekommen. Damit haben die Bohnensteffens das alleinige Sorgerecht und die Unterhaltspflicht. Den leiblichen Eltern wurde die Entscheidungsbefugnis entzogen.

„Das Wohl des Kindes soll an erster Stelle stehen“, sagt Axel Bohnensteffen, der mit seiner Frau anderen Paaren, die auch ein Kind adoptieren möchten, Mut machen will. Auch wenn das Haager Übereinkommen über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoption jedem Vertragsstaat vorschreibe, die internationale Adoption als letzten Schritt in Betracht zu ziehen, lohnt es sich nach Ansicht von Birgit und Axel Bohnensteffen auf jeden Fall, das Adoptionsverfahren in den USA anzustreben. In anderen Ländern – auch in Deutschland – benötige man dafür oft einige Jahre.

Bis dahin seien die Adoptiveltern nur Pflegeeltern, die elterliche Sorge verbleibe bei den leiblichen Vätern und Müttern. „Diese Ungewissheit ist für uns nun aus dem Weg geräumt“, freuen sich die Adoptiveltern, die es sich nicht vorstellen könnten, ihr Kind nach einer gewissen Zeit wieder abgeben zu müssen. Deshalb würden sie sich freuen, wenn bei den Entscheidungen auch die Gefühle und Rechte der Adoptiveltern mehr in den Mittelpunkt gestellt würden.

Für die Bohnensteffens ist die Familienplanung abgeschlossen, aber sie tauschen sich regelmäßig mit anderen Familien aus, die auch amerikanische Kinder adoptiert haben.

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