1000 Unterschriften gegen Supermarkt
Bild: Dinkels
Verwaist und eingezäunt: Der geschlossene Spexarder Krug soll nach dem Willen der Eigentümer einem Neubau für einen Supermarkt weichen. Dagegen gibt es vor allem wegen des zusätzlichen Verkehrs starke Vorbehalte im Ortsteil und in der Politik.
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Konkret heißt es: „gegen einen zusätzlichen Verkehrsmagneten im Bereich des Geländes Spexarder Krug und der Nachbargrundstücke“. Die Unterzeichner fordern „die Verantwortlichen auf, stattdessen nach verkehrsentlastenden Maßnahmen zu suchen und nicht sehenden Auges einen Verkehrsinfarkt herbeizuführen“.

Der Bürgerantrag steht auf der Tagesordnung für die Sitzung des Hauptausschusses am Montag, 16. März (17 Uhr, Ratssaal). Sprecher der Initiative hatten den Antrag und die Unterschriften persönlich an Bürgermeister Henning Schulz (CDU) übergeben, wie es in der Ausschussvorlage heißt. Der Bürgerantrag wird im Hauptausschuss nicht beschieden, sondern an den Planungsausschuss weitergeleitet.

Der Gütersloher Lebensmittelhändler Reiner Schenke (Edeka) plant auf dem Gelände an der Ecke von Verler- und Bruder-Konrad-Straße einen Supermarkt mit einer Verkaufsfläche von rund 1400 Quadratmetern im Erdgeschoss eines zweigeschossigen Gebäudes. Die Pläne hatte er Ende August vorigen Jahres in einer Bürgerversammlung im Spexarder Bauernhaus vorgestellt.

Der Neubau würde an das bestehende Gebäude mit Gerds Backstube und der Volksbank mit einer Fuge andocken. Außer dem Spexarder Krug würden südlich auch zwei Wohnhäuser der Familie Bordihn abgerissen, um Platz für Stellplätze zu schaffen. An der Verler Straße würde die bestehende Zu- und Ausfahrt aus Richtung Gütersloh zu Gerds Backstube genutzt. An der Bruder-Konrad-Straße soll es eine separate Zufahrt und weiter südlich in Richtung Bahnübergang eine separate Ausfahrt geben.

Die Gegner des Vorhabens befürchten, der Supermarkt würde noch mehr Verkehr anziehen. Zuletzt hatte der Planungsausschuss Anfang Oktober beschlossen, ein umfassendes Verkehrsgutachten in Auftrag zu geben.

Rainer Schenke war am Freitag auf Nachfrage nicht zu erreichen. Von seiner Seite waren keine Informationen zum Stand der Planungen und seinen aktuellen Absichten zu bekommen.

„Wir sind und wir bleiben Eigentümer“, sagte Dirk Bordihn, mit seiner Frau Christiane Besitzer der Grundstücke und ehemals Betreiber des Spexarder Krugs, am Freitag dieser Zeitung. „Wir bauen das, und Schenke mietet.“ Es gebe eine große Anzahl an Interessenten für den Standort. Bordihn: „Wir machen das mit Schenke oder mit keinem.“ Die Plänen gingen nicht gegen den bestehenden Thiesbrummel-Markt, sondern es gehe allein um die Nutzung des eigenen Grundstücks. „Wir sind immer noch dran.“

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