15 Aramäer und Assyrer im Hungerstreik
Bild: Dinkels
Hungerstreikkittel verteilten die Pfarrer (v. l.) Daniel Gök (St. Maria), Isa Acar (St. Lukas) und Sleman Djallo (St. Stephanus) an die 15 Freiwilligen, die sich bis Sonntag an dem Hungerstreik vor dem Rathaus beteiligen.  
Bild: Dinkels

Der von der Stadt einberufene Runde Tisch bleibe die Plattform, mit der eine Lösung für das Mahnmal gefunden werden solle, versicherte Organisator Johann Togac (26) von der European Syriac Union. Die Hungernden wollten den Runden Tisch nicht ersetzen. Sie zählten sich vielmehr zu den „Unterstützern unserer Gruppe am Runden Tisch“.

Aramäer und Assyrer seien Gütersloher, die sich integriert hätten, betonte Togac. „Der Hungerstreik bedeutet uns sehr viel.“ Der 26-Jährige forderte eine Gedenkstätte auf einer öffentlichen städtischen Fläche, die an die Ermordung der Urgroßeltern erinnern soll. Die Dauer der Aktion ist am 100. Jahrestag des Beginns der Ermordung von Hunderttausenden Armeniern, Aramäern, Assyrern, Chaldäern und Pontos-Christen bemessen (Seyfo 1915). Am vergangenen Freitag hatten mehr als 2000 Menschen am alljährlichen Gedenktag an einer Kundgebung teilgenommen.

Die Hungerstreikenden, darunter Junge und Ältere, Männer und Frauen, werden während der Aktion ärztlich betreut. Sie übernachten in Schlafsäcken. Sanitäre Anlagen stehen zur Verfügung.

Unterstützt wird die Aktion von Geistlichen der drei Syrisch-orthodoxen Kirchengemeinden. Die Pfarrer Daniel Gök (St. Maria), Isa Acar (St. Lukas) und Sleman Djallo (St. Stephanus) sprachen Gebete und verteilten Hungerkittel. Auch der Syrianische Volksverein Tur Abdin Gütersloh und der Sport- und Kulturverein Suryoye Verl stehen hinter der Aktion.

Nach Schweden, Armenien, Österreich, Tschechien und den Niederlanden solle auch Deutschland den Völkermord anerkennen, so Togac. Die Reden von Bundespräsident Joachim Gauck und des Bundestagspräsidenten Norbert Lammert in der vergangenen Woche hätten Bewegung gebracht.

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