200 Sänger beim Chorfestival „Vielklang“
Bild: Pieper
Die Fünftklässler der Elly-Heuss-Knapp-Schule zeigten dbei Chorfestival „Vielklang“ das Potenzial von „Alle meine Entchen“ als rockenden Welthit auf.
Bild: Pieper

„Vielklang“ - der Name war Programm. Temperamentvoll präsentierten sich mehr als 200 große und – ganz aufgeregt – kleine Akteure auf der Bühne: die Profi-Sänger von Pop-Up, einem Ensemble der Detmolder Musikhochschule, und sechs international besetzte Schülerchöre aus Gütersloh. Die Kinder hatten im Vorfeld in ihren Familien nachgeforscht, welches Liedgut jedem wichtig ist.

So waren nicht nur Melodien aus Deutschland, sondern auch aus Arabien, Albanien, Russland, England und den USA zu einem abwechslungsreichen Programm zusammengeschnürt worden. Bei diesem munteren Mix, überwiegend neu arrangiert von Adam David Gal, dem Leiter des Jugendmusikkorps Avenwedde, hatten herkömmliche Musikantenstadl-Klänge keine Chance.

Rasant zeigten die Fünftklässler der Elly-Heuss-Knapp-Schule in bester „We will rock you“-Manier auf, dass selbst „Alle meine Entchen“ Welthit-Qualitäten hat. Die Altstadtschüler besangen nicht nur den Frühling in England, sondern brachten mit „Katjuscha“ auch Sehnsuchtsvolles aus Russland zu Gehör – ehe sie ihre Papierflieger ins begeisterte Publikum gleiten ließen.

 Mit passgenauer Body-Percussion begleitete die gut aufgelegte Kurrende des Evangelisch-Stiftischen Gymnasiums unter anderem den „Drunken Sailor“. Während sich die Elftklässler des Vokal- und Instrumentalpraxis-Kursus am Städtischen Gymnasium nachdrücklich und mit berührender Klarinetten-Klezmer-Begleitung (Katharina Portmann) als rhythmussichere Interpreten sowohl deutscher als auch jiddischer Volkslied-Tradition empfahlen.

 Mit reizendem „Tik, tik, tik“ lieferten die Kinder aus Blankenhagen und Sundern, die im Projektchor Cantara der Bertelsmann Stiftung auftraten, einen charmanten Gruß aus dem fernen Orient. Und die Heidewaldspatzen hatten mit „Jetzt fahr’n wir über den See“ und „Guten Abend, gute Nacht“ ebenso vergnügliche wie besinnliche Klassiker im Gepäck.

Dass das Volkslied nicht länger in die Rumpelkammer der Alltagslyrik gehört, bewies der Detmolder Pop-Up-Chor mit seiner virtuosen A-cappella-Kultur. Da paarte sich sanfte Romantik gekonnt mit ohrwurmlastiger Pop-Art bei Daft Punks Hit „Get lucky“. Vielklang eben.

Musikfreunde und Publikum für die Zukunft gewinnen

Vor 25 Jahren wurde die Philharmonische Gesellschaft Ostwestfalen in der Gütersloher Stadthalle gegründet. Ursprünglich als Förderverein für die in Herford ansässige Nordwestdeutsche Philharmonie gedacht, versteht sich der Verein heute als Forum für alle, die die Kultur in Ostwestfalen fördern und voranbringen möchten.

„Deshalb haben wir auch ganz bewusst das Jubiläumsjahr mit einem jungen Chorfestival dieser Art beendet“, erklärte Geschäftsführer Thomas Trappmann. „Es geht uns darum, frühzeitig Musikfreunde  und auch ein Publikum für die Zukunft zu gewinnen.“

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