36-Jähriger mit Messer attackiert
Foto: Eickhoff
In der städtischen Unterkunft in einer ehemaligen Gaststätte an der Brockhäger Straße ereignete sich am Samstag die Tat. Ein 36-Jähriger wurde dabei mit einem Messer schwer verletzt.
Foto: Eickhoff
Wenige Stunden nach dem Vorfall zogen sich eine Handvoll Beamte der Spurensicherung des Polizeipräsidiums Bielefeld auf dem großen Parkplatz der ehemaligen Gaststätte weiße Anzüge über ihre Kleidung. So vermieden sie, selbst Spuren am Tatort zu hinterlassen. Sie dokumentierten Hinweise und suchten Zeugen des Angriffs. Zuvor hatte ein anderer Beamter bereits mit seinem Diensthund nach der Tatwaffe gesucht – vergebens.

Rettungshubschrauber angefordert

Nach Informationen dieser Zeitung hatte am Samstagmittag die schwangere Freundin des Opfers das Zimmer ihres Partners verlassen, weil sie sich übergeben musste. Sie soll dann im Flur von einem anderen Bewohner der Unterkunft gefragt worden sein, wo sich ihr Lebenspartner aufhalte. Nachdem sie in das Zimmer zurückkehrte, fand sie den Bewohner stark blutend vor und verständigte um 11.39 Uhr Polizei und Rettungsdienst. Aufgrund der Verletzungen ließ die Notärztin nach einer ersten Diagnose den Rettungshubschrauber Christoph 13 anfordern, der auf einer Wiese nahe der Unterkunft landete. Der Schwerstverletzte wurde in einem Rettungswagen auf den Transport vorbereitet, sein Zustand stabilisiert und später umgelagert. Lebensgefahr soll nicht bestehen.

An dem trüben Samstag arbeiteten auf dem Nachbargrundstück einige Aktive des Schützenvereins Niehorst an ihrer neuen Schießanlage. Von den Geschehnissen in der stadtbekannten Unterkunft an der Brockhäger Straße bekamen sie nach eigenen Bekunden zunächst nichts mit. Die Gegend ist nicht dicht besiedelt. Weit und breit kein Geschäft, keine Menschen. Die meisten fahren über die Brockhäger Straße in die Kreisstadt oder verlassen sie Richtung Norden.

Tatverdächtiger Haftrichter vorgeführt

„Ein versuchtes Tötungsdelikt kann derzeit nicht ausgeschlossen werden“, berichtete am Sonntag – gut 24 Stunden nach der Tat – der Bielefelder Polizei-Pressesprecher Stefan Bökenkamp in einer gemeinsamen Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Bielefeld und der Polizei Bielefeld. Man habe die Mordkommission Ebbe unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Tobias Beuscher gebildet, die mit Unterstützung der Polizei Gütersloh die Ermittlungen aufgenommen habe.

Der Tatverdächtige wurde noch am Sonntag dem zuständigen Haftrichter beim Amtsgericht Bielefeld vorgeführt. Gegen den Beschuldigten wurde ein Untersuchungshaftbefehl erlassen. Vor knapp vier Jahren, im Juni 2017, war ein Mann bei einem Brand in der städtischen Unterkunft an der Brockhäger Straße gestorben.

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