Ab Donnerstag fliegen wieder die Pins

Seit März bringen er, seine Frau Elke und etliche Mitarbeiter Anlage und Räumlichkeiten in Schuss. Dabei hätten sich viele versteckte Mängel offenbart, die ihm bei den ersten Besichtigungen nicht aufgefallen seien, sagt Gräwe, der genau zehn Kilometer entfernt seit 2006 das Bowling-Center in Ummeln betreibt. Der 52-jährige Niehorster nennt die Lüftungsanlage, den Thekenbereich und die insgesamt mangelnde Pflege des Vorgängers, die ihm Mehrarbeit und höhere Kosten eingebracht hätten. Statt der geplanten 150 000 Euro habe er 180 000 Euro investieren müssen. Gar 400 000 Euro hätte ihm die Renovierung gekostet, „wenn ich alles fremd hätte machen lassen“.

Nur zerlegte Anlage passt durch die Tür

Jetzt, nachdem er als Fachmann selbst geschuftet hat, fühlt er sich „kaputt ohne Ende“, aber auch glücklich, dass es noch im August losgehen kann. Gräwe musste die alte, unbrauchbar gewordene kanadische Aufstellmaschine (Gewicht zehn Tonnen) zur Verschrottung aus- und die neue vom US-Unternehmen AMF (sechs Tonnen) einbauen. Vorher aber galt es, die neue Anlage zu zerlegen, weil sie sonst nicht durch die relativ enge Tür gepasst hätte. Die Justierung der laut Gräwe „sehr leisen“ Mechanik betrage für jede der acht Bahnen einen Tag. „Da kommt eine Kleinigkeit zur anderen.“ Die Maschinen müssten sich einlaufen und setzen. Jetzt fehle nur noch das Feintuning. Am vergangenen Sonntag hatte Gräwe Bowler zum Einspielen zu Gast, die die abgebaute Anlage kannten. „Sechs Durchgänge ohne technisches Problem, das gab es früher nie“, habe die Reaktion der Tester gelautet.

TV-Team dreht Prüfung des Ordnungsamts

In Gütersloh will sich der Chef selbst mit einer Aushilfe um die Technik kümmern. Für beide „B 61“-Center stünde ein fest angestellter Techniker bereit. Der städtische Fachbereich Ordnung hat sich für den Eröffnungstag zur Abnahme angemeldet, Dabei geht es nicht um Bälle oder Pins, sondern um Türen, Feuerlöscher und die Küche. Begleitet wird die Aktion von einem Team des TV-Senders Kabel 1, das eine neue Folge der Serie „Achtung Kontrolle – Einsatz für Ordnungshüter“ dreht. Damit auch alles ordentlich im Tagesbetrieb läuft, ist der Personalbedarf im Gütersloher „B 61“ mit 12 bis 16 Servicekräften hoch. Betreiber Ralf Gräwe staunt darüber, wie viele Schwierigkeiten ihm die Besetzung der Stellen bisher gemacht hat.

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