Abriss und Neubau am Bachschemm
Bild: Bojak
Vor dem alten Gebäude: (v. l.) Pfarrer Christian Feuerbaum (Vorsitzender des Bauausschusses der Evangelischen Kirchengemeinde), Architekt Reinhard Michel, Janis Kerkströer, der in eine der Wohnungen einziehen wird, und Klaus Weiße-Reccius (Immobilienmanagement der Evangelischen Kirchengemeinde).
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Die Evangelische Kirchengemeinde Gütersloh errichtet auf dem rund 2000 Quadratmeter großen Areal – wie berichtet – einen dreigeschossigen Neubau mit 23 Wohnungen. Das Besondere am Projekt: Neun der Einheiten sind vor allem für junge Menschen reserviert, die wegen eines Handicaps eine barrierefreie Wohnung benötigen, um selbstständig und unabhängig leben zu können.

Rund 2,8 Millionen Euro kostet das aus drei Riegeln bestehende Gebäude-Ensemble, das sich um einen begrünten Innenhof gruppiert. „Wir haben als Kirchengemeinde eine soziale Verantwortung, der wir uns unter anderem mit diesem Neubau stellen wollen“, betont Pfarrer Christian Feuerbaum am Dienstag zum Beginn der Abbruch-Arbeiten. Auch die anderen 14 Wohnungen – ebenfalls alle barrierefrei – sollen vor allem an Menschen vergeben werden, die aus unterschiedlichen Gründen auf dem regulären Wohnungsmarkt nur schwer ein Angebot finden.

„Wir wünschen uns, dass eine ganz gemischte Hausgemeinschaft entsteht“, ergänzt Klaus Weiße-Reccius vom Immobilienmanagement der Evangelischen Kirchengemeinde. Im Bauausschuss sei schon seit mehr als zwei Jahren darüber diskutiert worden, wie sich so ein Projekt umsetzen lasse. Seit rund einem Jahr sei konkret über den Standort Bachschemm 12 gesprochen worden. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Vereins „Querschnitt“ seien die Pläne entwickelt worden.

Der Verein „Querschnitt“ ist aus einer Gruppe von Eltern entstanden, deren Kinder ein Handicap haben. Die Gruppe treffe sich seit Jahren, um Erfahrungen auszutauschen, erläutert Reinhard Michel. Der Architekt hat nicht nur die Pläne für den Neubau entworfen, er ist selbst Mitglied des Vereins. „Unsere Kinder sind jetzt erwachsen und brauchen eine eigene Wohnung“, sagt er. Es sei großartig, dass die Evangelische Kirchengemeinde bei ihrem Vorhaben nicht nur auf den Profit achte, sondern auch darauf, dass Menschen eine angemessene Wohnmöglichkeit zur Verfügung gestellt werde.

Die Nachfrage nach solchen Wohnungen sei riesig, der Bedarf auch in Gütersloh längst noch nicht gedeckt. Die neun sozialgebundenen Einheiten in dem Neubau seien bereits vergeben. Bis Herbst 2018 müssen sich die Mieter allerdings noch gedulden. Für diesen Zeitpunkt hat die Kirchengemeinde die Fertigstellung des Hauses am Bachschemm 12 vorgesehen.

Tagesstätte an der Sophienstraße

Die Tagesstätte Adventure Kids hat an der Sophienstraße eine neue Unterkunft gefunden. Bis zum 19. Mai waren die Kinder am Bachschemm 12 betreut worden. Der Vertrag mit dem Betreiber der Einrichtung, dem pme-Familienservice, war Ende 2016 ausgelaufen. Die Lösung an der Sophienstraße ist vorübergehend. Im März soll eine Kindertagesstätte gegenüber dem Miele-Werk an der Carl-Miele-Straße fertiggestellt sein.

Bereits heute werden viele Kinder von Miele-Werksangehörigen bei den Adventure Kids betreut. Bis dahin begleitet das Team um Leiterin Sabine Peters die 30 Mädchen und Jungen in zwei Gruppen an der Sophienstraße 7. Weil es den Kindern auch dort an nichts fehlen soll, sind Spiele, Bücher sowie Mal- und Bastelutensilien mit umgezogen. Auf dem Außengelände gibt es einen gepflasterten Bereich zum Bobby-Car fahren, Spielhäuschen und kleine Felsen sowie eine Sandspielfläche. Im Inneren steht ein Bewegungsraum zur Verfügung.

Sabine Peters betont, dass in den Containern nicht nur der hohe Betreuungsstandard beibehalten werden könne. Auch die Sicherheitsbestimmungen würden selbstverständlich umgesetzt, zum Beispiel durch eine eigene Brandmeldeanlage. Die Evangelische Kirchengemeinde hatte sich unter anderem auch deshalb für den Abriss des Hauses am Bachschemm entschieden, weil die Kosten für notwendige Sanierungsmaßnahmen dort zu hoch gewesen wären. So war dort in Ende der 60-Jahre im Außenbereich noch asbesthaltiges Material verbaut worden.

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