„Aktion Speiche“ sorgt für Sicherheit

Die Resonanz auf die „Aktion Speiche“ war enorm. Bis zum Feierabend hatten mehr als 80 Bürger den kostenlosen Sicherheitsservice genutzt. Im Fall eines Diebstahls kann die Polizei die nun registrierten Zweiräder dank einer im Fahrradpass enthaltenen Beschreibung auch Jahre später noch dem rechtmäßigen Besitzer zuordnen.

 Zum Hintergrund: Jährlich werden in Gütersloh 2400 Zweiräder gestohlen. Rund die Hälfte findet zurück zum Besitzer, weil es eine Registrierung gibt. Zwar ging die Zahl der Diebstähle im Kreis seit 2007 um 35 Prozent zurück. Trotzdem weist Gütersloh im Landesdurchschnitt einen ähnlich hohen Anteil an Fahrraddiebstählen auf wie die Studentenstadt Münster. 

Um dem entgegenzuwirken, begann die Kreispolizeibehörde bereits 1974 mit der Erfassung von Fahrrädern. Laut Polizeioberkommissar Elmar Bonke weist die „Information für Fährräderstatistik und Asservaten“ des Kreises (ISAFF) exakt 138 121 Räder auf.

Diese Zahl stieg am Samstag wieder an. Denn da zeigte sich, wie einfach, schnell und umkompliziert Vorbeugung sein kann. Unter den Radlern, die am Bahnhofsvorplatz auf Nummer sicher gehen wollten, befanden sich auch Dr. Rötger Terwellen (73) und seine Frau Marion (71). Dr. Terwellen: „Man hört immer wieder, dass die Aufklärungsquote bei registrierten Rädern besser ist“. Polizeioberkommissar Frank Peisker bestätigt das: „Unsere Asservatenkammer ist voll mit Fahrrädern, denen wir aber keinen

Übrigens: Rad-Registrierungen nehmen auch die Polizeistation Gütersloh sowie die City-Wache am Berliner Platz vor.
Besitzer zuordnen können, weil weder eine Anzeige vorliegt noch das Rad registriert ist.“

Die kostenlose offizielle Registrierung geschieht im Hand- oder wie in diesem Fall im Radumdrehen. Jedes in Deutschland verkaufte Rad weist eine Rahmennummer auf. Da jeder Hersteller die meist sechsstellige Ziffernfolge an anderer Stelle anbringt, ist die Suche für Ungeübte etwas schwieriger. Die Beamten der „Aktion Speiche“ wissen indes, wo sie fündig werden. Mit einem Schmunzeln stellt Polizeioberkommissar Frank Peisker über die eingespielten Arbeitsabläufe fest: „Elmar ist der Fahrrad-Papst und ich bin sein Adjutant.“

Eigentlich braucht im Zeitalter von Computer und Internet kein Radfahrer mehr persönlich zur Polizei zu kommen. Momentan steckt der Teufel allerdings im Detail. Weil die Online-Registrierung derzeit nicht zugänglich ist, kam die Polizei zum Bürger. Den Bahnhof hatten die Beamten für die „Aktion Speiche“ aus gutem Grund gewählt: „Hochfrequentiert ist er ideal für unsere Sicherheits-Dienstleistung. Das Gros der „Kunden“ musste keine fünf Minuten in die Registrierung investieren, ehe es mit dem offiziellen Radpass und den silbernen Registrierungsaufklebern der Polizei weiterfahren konnte – im Gepäck ein Gefühl von Sicherheit.

SOCIAL BOOKMARKS