Aktionsbündnis warnt vor Hetze der AfD
Foto: Bojak
Mehr als 100 Teilnehmer versammelten sich zur „Mahnwache gegen Rassismus, Hetze und Hass“ vor der Stadthalle. 
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 Die Jusos und die Grüne Jugend hatten als Veranstalter zu der Demo vor der Stadthalle eingeladen. Die Linksjugend, die Aktion Seebrücke, Demokratie wagen!, die IG-Metall-Jugend, Fridays for Future, die Falken, Attac, die Friedensinitiative Gütersloh und die Jungen Europäischen Föderalisten gehörten ebenfalls zum Aktionsbündnis.

Demokratisch in den Rat gewählt

„Die AfD ist demokratisch in den Gütersloher Rat gewählt worden“, betonte Ratsmitglied Matthis Haverland (SPD) in seiner Rede vor dem Eingang der Stadthalle. Aber die AfD müsse mit einer wachen Zivilgesellschaft rechnen, so Haverland. Die zahlreichen Teilnehmer an der Mahnwache bewiesen, dass viele sich dafür einsetzten, dass Gütersloh eine weltoffene, eine tolerante Stadt bleibe.

Warnung: AfD nicht unterschätzen

Auch die AfD in Gütersloh spiele mit der Angst und der Unsicherheit vieler Menschen, betonte Haverland. „Die AfD spaltet das Land.“ Haverland führte den Vorfall auf den Fluren im Bundestag an. Am Mittwoch hatten Besucher Abgeordnete gefilmt, belästigt und beleidigt. Mutmaßlich handelt es sich dabei um Gäste von AfD-Politikern. „Udo Hemmelgarn war prominent in den Nachrichten“, sagte Matthis Haverland. Einer der pöbelnden Besucher soll Gast des AfD-Politikers aus Harsewinkel gewesen sein. „Hemmelgarn zündelt in Berlin gehörig mit“, warnte Haverland, die Mitglieder der Gütersloher AfD nicht zu unterschätzen.

Aufruf, Spaltung nicht zuzulassen

Eine Teilnehmerin der Mahnwache erklärte, sie sei erstaunt, dass die AfD mit ihrer Hetze gegen Migranten Erfolg habe. „Meine Mutter ist Russin“, sagte die junge Frau. Ihre Mutter sei der liebste Mensch. „Sie ist kein dreckiger Flüchtling. Mein Vater ist Pole. Und er ist kein dreckiger Flüchtling.“ Der Versuch der AfD, das Land zu spalten, dürfe nicht funktionieren.

Friedliche Demo unter Einhaltung der Corona-Regeln

Die Mahnwache verlief ruhig und friedlich. Alle Teilnehmer hielten sich an die Abstandsregeln und trugen Masken. Im Anschluss begann die konstituierende Ratssitzung in der Stadthalle. Nach der Kommunalwahl im September gehören jetzt auch drei AfD-Mitglieder zum Rat. Die AfD hat Fraktionsstatus und entsendet damit auch Vertreter in die Ausschüsse. „Wir erwarten, dass die demokratischen Fraktionen im Stadtrat auch weiterhin Haltung zeigen“, hatte Sebastian Sieg, Vorsitzender der Jusos, bereits bei der Ankündigung der Mahnwache betont.

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