Andrea Sawatzki liest in der Weberei
„Sie hat das Wort“: Andrea Sawatzki liest zusammen mit Tom Jacobs am Samstag, 2. Februar“ in der Gütersloher Weberei.

Das Miteinander von Frauen und Männern – das führt die „MeToo“-Bewegung eindrücklich vor Augen – bedarf einer Neuverhandlung. Gesellschaftliche Umbrüche und Entwicklungen finden, häufig auch im Rückblick, in der Literatur ihren „Vorschein“.  Dem trägt das Literaturbüro OWL mit dieser Veranstaltung unter dem Titel „Sie hat das Wort“ Rechnung, heißt es in einer Mitteilung.

Helene Hegemann beweise mit „The day I fucked her husband at the lake“, dass sie eine der spannendsten, weil eigenwilligsten zeitgenössischen Autorinnen ist. Ihre intuitive, manchmal ziellos anmutende Prosa zeichne das Bild einer Gruppe Millennials (die um die Jahrtausendwende Geborenen) und verhandele fast beiläufig den Einfluss von Rollenbildern und Besitzverhältnissen auf ihr Zusammenleben.

Mit virtuoser Schlichtheit entwickelt die kanadische Literaturnobelpreisträgerin Alice Munro auf wenigen Seiten kostbare Miniaturen, teilen die Veranstalter mit. Ihre Protagonistinnen sind in ihrer Normalität kaum zu übertreffen, und doch gelinge es der Meisterin der Kurzgeschichte sie zu unvergesslichen Gestalten zu entwickeln.

Chimamanda Ngozi Adichie, in Nigeria geboren, ist eine der großen jungen Stimmen der Weltliteratur und eine hellwache Beobachterin der Gegenwart. Minutiös legt sie in „Jumping Monkey Hill“ das Innerste ihrer Figuren bloß, erzählt von Rollenerwartungen und benennt Wahrheiten, die so allgegenwärtig sind, dass sie kaum jemals hinterfragt werden.

Mal mit leisen Worten, mal mit markanter Intensität, mal verhaltend bebend, dann wieder verzweifelt ausbrechend: Andrea Sawatzki und Tom Jacobs bringen das Scheitern an gläsernen Decken und das Brechen mit Erwartungen zu Gehör. Umrahmt und akzentuiert werden ihre Lesungen dabei durch Improvisationen der Cellistin Elisabeth Coudoux. Mit tiefgründigem Spiel und hinreißendem Sound sucht sie den Dialog zwischen Wort und Ton, zwischen Poesie und Improvisation.

Karten gibt es beim Literaturbüro OWL, Tel. 05231/3080210.

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