Angeklagter rechnete mit Festnahme
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Nach Ansicht des Kripobeamten, der den 29-jährigen Verler (l.) festgenommen hat, hatte dieser mit seiner Festnahme gerechnet. „ich habe noch nie jemanden erlebt, der bei seiner Festnahme so ruhig war“, sagte der Zeuge am Mittwoch vor dem Bielefelder Landgericht.
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Der 29-jährige Verler, der unter dem Verdacht steht, an Heiligabend 2013 eine pensionierte Ärztin und ihren Bruder ermordet zu haben, ist am 10. Februar festgenommen worden. Zu den Gegebenheiten am Tatort gab der Polizist an, dass der Täter dort Schmuck und mehrere Wertgegenstände zurückgelassen habe. "Wenn das Motiv Raub gewesen wäre, hätte er sicherlich genauer gesucht und mehr gefunden", vermutete er.

Außer dem Kripobeamten sagte am Mittwoch auch ein Angestellter der Netzgesellschaft Gütersloh vor Gericht aus. Er erläuterte, wie an dem Gashahn in der Villa der Ärztin herummanipuliert worden war. Am 8. Januar sei er mit Polizeibeamten am Tatort gewesen, um die Situation an Heiligabend zu rekonstruieren. Die Erkenntnis: An der Gasleitung zum Herd im ersten Obergeschoss der Villa fehlte ein Stopfen, so dass Gas ungehindert ausströmen konnte.
Der Angeklagte ist gelernter Gas-Wasser-Installateur und soll nach der Tat im Obergeschoss des Hauses eine Gasleitung geöffnet und im Erdgeschoss eine Kerze angezündet haben, um eine Explosion zu verursachen. Warum diese schließlich ausgeblieben war, lasse sich nicht mehr herausfinden, sagte der Mitarbeiter der Netzagentur. Unklar sei etwa, wie sich das ausströmende Gas im Haus verteilte und wie viel davon durch eine Lücke im Dachgeschoss entweichen konnte. Die Explosionsgefahr sei dennoch sehr hoch gewesen.

Der Angeklagte selbst schwieg auch am Mittwoch zu den Vorwürfen. Er bestreitet den Mord.

Der Prozess wird am 18. September weitergeführt.

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