Anwohner wollen Spielplatz behalten
Abgeräumt: Rolf Kalb (Mitte, rotes Shirt) mit Anwohnern auf dem ehemaligen Spielplatz Hirschberger Straße, der dem Spardiktat der Stadt zum Opfer gefallen ist.  Bild: Dünhölter

Im Namen der Anwohner fordert Rolf Kalb in einem offenen Brief eine neue Lösung. Am Freitag soll es bereits einen ersten Termin mit Kommunalpolitikern geben.

Der mit 382 Quadratmetern vergleichsweise kleine Spielplatz ist mit 16 anderen Anlagen der Haushaltskonsolidierung zum Opfer gefallen. Weil die Fläche nicht bebaut werden könne, solle sie als Grünfläche erhalten bleiben, teilte Stadtsprecherin Susanne Zimmermann auf Anfrage mit. Als Alternative solle der 350 Meter entfernt liegende Spielplatz Frankensteiner Straße (1727 Quadratmeter) aufgewertet werden. Er sei für alle Altersgruppen nutzbar und nicht nur bis sechs Jahre wie an der Hirschberger Straße. Das sei ein wichtiger Punkt in der Gesamtplanung.

Damit mögen sich die Anwohner nicht abfinden. Die Stadt habe offenbar weder die Frequentierung des Spielplatzes geprüft noch das Gespräch mit den Anliegern gesucht, schreibt Rolf Kalb: „Hätte man vor der Entscheidung die Situation vor Ort unter Augenschein genommen, dann wäre schnell eine eindrucksvolle Abstimmung mit den Füßen offensichtlich geworden: Während der Spielplatz an der Frankensteiner Straße von den Kindern selber gemieden wird, war der an der Hirschberger Straße immer sehr stark frequentiert.“

Dort hätten die Eltern ihre Kinder im Auge behalten können, während das beim anderen Spielplatz nicht der Fall sei. Deshalb ließen Eltern ihre Kinder dort allenfalls unter Aufsicht spielen. Kalb: „Die mangelnde Akzeptanz des Spielplatzes an der Frankensteiner Straße lässt sich nicht durch eine verbesserte Ausstattung überwinden.“

Der Anwohner fordert die Verwaltung auf, mit den Anliegern nach einer „konstruktiven Lösung“ zu suchen. Am heutigen Freitag soll es ein erstes Gespräch mit Kommunalpolitikern geben. Eine zweite Einladung an das Rathaus hat Kolb für den 19. November ausgesprochen.

Die CDU Avenwedde-Friedrichsdorf will das Thema am Donnerstag nächster Woche in den Jugendhilfeausschuss bringen. Der Vorsitzende Gerhard Feldhans (Bild) fragt nach einer „ganzheitlichen Spielraumplanung“ für den Bereich Reinkebachsiedlung Avenwedde, die in einer Bürgerversammlung diskutiert werden soll. Sprecherin Susanne Zimmermann kündigte für ähnliche Maßnahmen an: „Wir werden die Anwohner künftig im Vorfeld informieren.“

Der Jugendhilfeausschuss hatte im Februar 2010 beschlossen (Umweltausschuss März 2010), insgesamt 17 kleinere oder wenig genutzte Spielplätze mit weniger als 600 Quadratmetern aufzugeben. Die Maßnahme war als Teil der Haushaltskonsolidierung beschlossen worden und geht auf einen Vorschlag des Beratungsunternehmens Rödl & Partner zurück. Ursprünglich standen 22 Einrichtungen auf der Liste.

Ziel war es, Unterhaltungskosten zu sparen. Das Einsparpotenzial für die 17 Flächen beziffert die Verwaltung auf 42 830 Euro. Fünf Flächen sollten überdies als Bauland verkauft werden. Gleichzeitig sollten die größeren Spielplätze für alle Altersgruppen optimiert werden. Insgesamt gab es zur Zeit des Beschlusses, der mit zwölf Ja-Stimmen bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme gefasst wurde, im Stadtgebiet 121 Spiel- und Bolzplätze.

Zu den Spielplätzen, die schon abgeräumt wurden, gehören Hirschberger Straße, Hamsterweg, Pirolweg, Wittenberger Straße, Auf den Plaggen, Nelkenweg, Düppelstraße, Frankenweg und Kleeweg.

Noch aufgelöst werden sollen die Anlagen an der Daltropstraße (hinter der Tiefgarage), Martin-Luther-Kirche, Rehweg, Sternenweg, Auf’m Eickolt (Wendehammer), Marconiweg, Westerwaldstraße und Elsa-Brandström-Straße.

Nach Angaben der Stadt sind die Sozialraumarbeitsgemeinschaften in die Planung eingebunden gewesen. Außerdem habe die Stadt die Liste auf ihrer Internet-Seite veröffentlicht. Künftig will sie die Anwohner direkt informieren.

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