Arvato-Chef schätzt Zuverlässigkeit
Bild: Arvato
Fragen und zuhören: Das hat sich Achim Berg für seinen Start bei Arvato vorgenommen. Er übernimmt am Dienstag den Vorstandsvorsitz und zieht in den Konzernvorstand von Bertelsmann ein.
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Entsprechend gespannt sind Mitarbeiter und Führungskräfte, was nach vier Monaten Vakanz seit dem Ausscheiden von Rolf Buch und dem letzten Umbau der Geschäfte auf sie zukommt. Auf jeden Fall wolle er erstmal „zuhören und Fragen stellen“, sagt Berg. Gleich in der ersten Woche will er sich Mohn Media anschauen, wo er zunächst auch residieren wird.

Nach Informationen der „Glocke“ wird er jedoch im Lauf des Jahres mit seinen Mitarbeitern und den Stäben Büros an der Autobahn beziehen. Das sei noch ohne seine Beteiligung entschieden worden, wie es heißt.

Berg ist nach eigenen Angaben „kein Freund von Powerpoint-Präsentationen“ und schätzt Zuverlässigkeit. Seine Devise: „Nicht nur trommeln, auch abliefern.“ Trotz seines freundlichen und zuvorkommenden Auftretens weiß der Top-Manager augenscheinlich, worauf es ankommt. Wie anders hätte er es als einziger Ausländer in den engeren Führungszirkel des Software-Riesen Microsoft schaffen können?

In der US-Konzernzentrale in Seattle leitete er als Corporate Vice President das Windows-Phone-Geschäft und verantwortete zuletzt eine von sechs globalen Vertriebs- und Marketingsäulen, wo er für das Geschäft mit Mobilfunkanbietern, Kabel- und Mediaunternehmen zuständig war. Und das so erfolgreich, dass er noch dreieinhalb Monate nach seiner Kündigung bis Mitte März bei Microsoft tätig war. Das sicher nicht ohne Hintergedanken: Arvato wickelt für den Kunden Microsoft den digitalen Vertrieb des Computerprogramms Windows 8 ab.

Gerade zehn Tage blieben dem 49-Jährigen, um seinen Umzug nach Gütersloh zu organisieren und eine Auszeit zu nehmen, in der er ein Auto von der amerikanischen West- an die Ostküste überführen wollte. Berg ist wie sein Vorgänger ein Freund schneller Autos. Bis vor wenigen Jahren fuhr er 24-Stunden- und Motorradrennen, jetzt beschränkt er sich auf eine private Enduro. Auch das Drachenfliegen hat Berg vor 15 Jahren aufgegeben. Dafür fährt er Ski und läuft, was ihn mit Konzernchef Dr. Thomas Rabe verbindet. Dass er mit seiner Frau, die aus Paderborn stammt und bei Nixdorf gearbeitet hat, und seinem Sohn eine Wohnung in der Gütersloher Innenstadt bezieht, darf man als Bekenntnis zum Standort werten.

Einen ersten Kontakt zu Arvato hatte Berg, als er noch in Diensten der Telekom Call-Center an die Gütersloher veräußerte. Nun soll er den Dienstleister auf Wachstum trimmen. Die Geschäfte liefen gut, er trete nicht als Sanierer an, betont der neue Chef. Im Dienstleistungsgeschäft liege die Zukunft. Das Spannende an Arvato sei, Kunden die ganze Palette anbieten zu können.

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