Aschenputtel mit Anmut und Spitzentechnik
Bild: Daub-Dieckhoff
Eine märchenhafte Inszenierung hat das Rumänische Staatsballett am Silvesterabend in Gütersloh vorgestellt.
Bild: Daub-Dieckhoff

Irgendwie kommen einem die Familienverhältnisse sehr populär vor. Doch die Musik von Sergej Prokofjew führte am Silvesterabend im Gütersloher Theater die Besucher in die märchenhafte Inszenierung eines Stücks, das in drei Akten Erwachsene und Kinder gleichermaßen fesselt. Eine Stunde lang bewies das Rumänische Staatsballett „Fantasio“ Tanzkunst und Romantik im Klassikstil osteuropäischer Ballettvorgaben.

Kontinuität seit mehr als 25 Jahren – so lange schon spielen die Akteure der Tanz-Company aus Konstanza in der Dalkestadt, meistens zwischen Weihnachten und Neujahr. Mit der tänzerisch geschmeidigen Aliss Tarzea, die die Rolle der Cinderella in all ihrer Anmut lebte, war Spitzentechnik in hoher Form zu bewundern. Daran hatte der kleine, körperlich perfekt agierende Prinz (Adrian Mihaiu) wesentlich Anteil. Mit hochgesteckten Zöpfen und ungeschickten Sprüngen sorgten die bösen Schwestern für Heiterkeit. Von der lustlos schreitenden Stiefmutter (Anca Strnad) ging wenig Wirkung aus. Constantin Dragomir holte aus der Vaterrolle mehr Individualität als Ehemann, der nichts zu sagen hat, heraus.

Die Frage, ob unter den 30 Tänzern noch einige herausragten, lässt sich einfach beantworten: Die Männer sprangen routinierter und disziplinierter. Mit freundlichem, nicht überschäumendem Applaus dankte das Publikum der neuen „Fantasio“-Generation für das Gastspiel im Rahmen einer Deutschlandtournee.

SOCIAL BOOKMARKS