Auch eine Klinkerfassade wird geprüft
Bild: Dinkels
Ein Modell einer Fassade mit Latten aus Lärchenholz nahm der Ausschussvorsitzende Andreas Müller (BfGT) im Ratssaal in Augenschein. In der Sitzung wurde deutlich gemacht, dass patiniertes und gealtertes Holz noch eine andere Anmutung haben würde.
Bild: Dinkels

Auch das Architekturbüro soll noch befragt werden. Wie berichtet, hatte die Verwaltung die Holzfassade ins Spiel gebracht, weil sie gegenüber eine Fassade aus Keramikstäben gut 2,6 Millionen günstiger wäre, unter Einschluss von 15 Prozent Nebenkosten sogar knapp 3 Millionen Euro. Es geht immerhin um 4788 Quadratmeter Fläche.

Für die Sitzung am Donnersag hatte die Verwaltung mittags eine Vorlage versandt, in der die verschiedenen Varianten gegenübergestellt wurden. Danach beträgt der Quadratmeterpreis bei Keramik inklusive Unterbau und Dämmung 1360 Euro plus 15 Prozent Nebenkosten. Nachteile sind eine lange Lieferzeit und eine hohe Anfälligkeit für Beschädigungen.

Eine Aluminiumbaguettefassade (Stäbe) würde je Quadratmeter 1003 Euro kosten (plus Nebenkosten), eine Fassade aus Aluminiumlamellen 1113 Euro.

Eine Holzfassade aus vorpatinierten Lärchenstäben würde je Quadratmeter mit 777 Euro plus Nebenkosten zu Buche schlagen. Die Vorteile laut Verwaltung: eine geringe Schadensanfälligkeit, eine lange Lebensdauer und ein geringer Pflegeaufwand.

Noch nicht geprüft wurde wegen der Kürze der Zeit seit dem Arbeitskreis am Dienstag eine Klinkerfassade. Fest steht aber, sie ist robust, hat eine lange Lebensdauer und keinen Pflegeaufwand.

Die vertikale Gliederung der Fassade war laut Vorlage beim Wettbewerbsergebnis „ein wesentliches Gestaltungsmerkmal, mit dem die Vielfalt der Schule verdeutlicht werden soll“. Deshalb und weil große Spannweiten zwischen den ragenden Stützen aufwändig überbrückt werden müssten, wird Klinker von der Verwaltung nicht favorisiert.

Heike Schindler, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Immobilienmanagement, berichtete, die Klinkerfassade der neuen Feuer- und Rettungswache habe 355 Euro je Quadratmeter gekostet, was heute unter Berücksichtigung der Preisentwicklung 391 Euro wären. Beim Kunsthaus an der Moltkestraße waren es 340 Euro (heute 366 Euro), bei der Sporthalle des Städtischen Gymnasiums 292 Euro (315). Schindler betonte, vergleichbare Preise ließen sich nur für die Neubauten der dritten Gesamtschule erzielen, die etwa 50 Prozent der Außenfläche ausmachten. Beim Altbau sei wegen einer aufwendigeren Konstruktion mit einem „ganz erheblichen Aufschlag“ zu rechnen. Die Preise dort wären dann in etwa vergleichbar mit einer Holzfassade.

„Die Zeit nehmen“

Knapp 4,3 Millionen Euro für eine Holzfassade seien für ihn zu viel, sagte Ischo Can (CDU). Klinker sei für ihn völlig ausreichend und nicht schlechter. In der Vorlage gebe es Erklärungen, die für ihn „schwer zu verdauen“ seien. Als privater Bauherr würde er das nicht machen. „Das ist mir zu teuer. Für mich geht das zu weit.“ Von Keramik zu Klinker sei der Kostenunterschied noch größer.

Silvia Mörs (BfGT) erklärte, ihre Fraktion habe auch über Klinker gesprochen und sei noch nicht entscheidungsfähig. Ähnlich Norbert Bohlmann (UWG): „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir genaue Daten brauchen und einen Stopp machen müssen, um fundiert entscheiden zu können.“ Auch wenn man nur bei der Hälfte der Fläche über den halben Preis spreche. Manfred Reese (Linke) wies darauf hin, eine patinierte Fassade aus Lärche sähe anders („verrottet“) aus als das Modell im Ausschuss. „Das macht einen etwas trostlosen Eindruck.“ Deswegen müsse man farbliche Akzente setzen.

Dr. Susanne Kohlmeyer (SPD) sagte, sie könne sich einen Altbau mit Holzfassade und einen Neubau mit Klinker vorstellen: „Wir können ruhig dazu stehen, dass es einen Alt- und einen Neubau gibt.“ Hermann Birkenhake (CDU) erklärte: „Das Robustete ist Klinker. Und wenn wir dann noch Geld sparen...“

Birgit Niemann Hollatz (Bündnis 90/Die Grünen): „Wir finden es auch richtig, uns die Zeit nochmal zu nehmen.“ Sie habe nicht so große Bedenken zur Holzfassade. „Wir müssen den Architekten hören.“

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