Auf das Turnfest folgt der Muskelkater
Bild: Dinkels
Auf dem Platz vor dem Theater und dem Wasserturm wurde das Turnfest mit Tanzeinlagen eröffnet.
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 „Egal wie alt, wichtig ist es, mit Spaß dabei zu sein“, erklärte die Funktionärin bei der offiziellen Eröffnung am Sonntag. Sie stieß dabei ins selbe Horn wie die zweite Vorsitzende des Kreissportbunds, Monika Paskarbies: „Sport soll Spaß machen und hat eine ganz wichtige Funktion für die Gesundheit“, rief sie den Teilnehmern zu. Christa Griwodz, Vorsitzende des Minden-Ravensberger Turngaus: „Es ist für jeden etwas dabei. Das ist es, was unser Turnfest ausmacht.“ Grüße der Stadt überbrachte Bürgermeisterin Maria Unger (SPD).

Zwei Tage lang haben hunderte Sportler beim ostwestfälischen Turnfest Miratu die Sportstätten rund um den Wasserturm und die Stadthalle in eine Turnmeile verwandelt. Ein erster Höhepunkt war am Samstag die Bühnenshow „So ein Zirkus“ mit sportlichen Darbietungen, tänzerischen Einlagen und einem Graffiti-Act. In der Sporthalle des Carl-Miele-Berufskollegs ging es in der Turnwerkstatt ums Geräteturnen und andere Fachthemen.

Bei der Eröffnung am Sonntag vor dem Wasserturm mussten sich die Teilnehmer schon etwas überziehen. Es wehte eine steife Brise. Hans Feuß, Vorsitzender des Kreissportbunds, beschrieb, wie ihm beim Handstand das Blut in den Kopf schießt, und berichtete stolz von seiner Enkelin, die mittlerweile am Purzelturnen teilnimmt. Bei der gemeinsamen Tanzeinlage, inszeniert wie ein spontaner Flashmob, schwangen auch die Promis die Hüften.

Auf der Aktionsfläche folgten Darbietungen der Vereine, Tanzeinlagen und Mitmachaktionen. Im Kleinen Saal der Stadthalle bestimmten die Senioren unter den Sportlern das Programm. Anfangs noch spärlich frequentiert war die Abenteuerhalle in der kleinen Turnhalle des Evangelisch-Stiftischen Gymnasiums. Kinder und Jugendliche stellten sich den Turnwettbewerben in der großen Sporthalle und anderen Disziplinen auf dem Sportplatz. Was Spitzenturner zu leisten vermögen, wurde beim Schauturnen zum Abschluss des Fests in der neuen Sporthalle an der Bismarckstraße deutlich.

Eine besondere Ehrung erfuhr Herta Veldkamp vom Gütersloher Turnverein. Die 89-Jährige wurde für ihre Verdienste um den Sport zum Ehrenmitglied des Minden-Ravensberger Turngaus ernannt. Veldkamp berichtete, wie sie 1945 nach dem Krieg in Mohns Park Sport trieb und ein Jahr später in den Gütersloher Turnverein eintrat. Dort leitete sie erst die Turnabteilung, kümmerte sich ums Kinderturnen und die rhythmische Sportgymnastik. 1989 übernahm sie die älteren Turnerinnen. Beim Turngau war sie Frauenwartin. „Tut was, bewegt euch, dann werdet ihr auch so alt wie ich“, riet sie den Gästen.

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