Unwetter-Schäden gehen in die Millionen
Bild: Barbara Flaskamp
Komplett vom Hagel zerstört worden ist das Gewächshaus von Blumen Flaskamp in Rheda-Wiedenbrück bei dem Unwetter am Samstag.
Bild: Barbara Flaskamp

Bei den Versicherungsbüros in den Kreisen Gütersloh und Warendorf bildeten sich am Montag teils lange Schlangen. Hauseigner meldeten zerstörte Dachfenster und zerbeulte Jalousien, Autobesitzer beschädigte Windschutzscheiben und Dellen im Blech. Entsprechend groß war auch der Zulauf bei den Autowerkstätten.

Versicherungen haben viel zu tun

Wie hoch die Schäden in der Region ausfallen, stand noch nicht fest. Die LVM in Münster wollte erst Dienstagmorgen eine Übersicht zur Anzahl der gemeldeten Fälle und zur geschätzten Schadenshöhe herausgeben. „Heute klingelt bei uns den ganzen Tag das Telefon. Es hat richtig gerappelt, aber eine Schätzung zum jetzigen Zeitpunkt wäre unseriös“, erklärte LVM-Pressereferentin Carmen Hörbelt.

Die Provinzial in Münster war am Dienstagmorgen noch dabei, die Zahlen ihrer jeweiligen Niederlassungen abzurufen. „Gütersloh, Oelde und Rheda-Wiedenbrück hat es besonders hart getroffen“, sagte Ute Laumann von der Provinzial.

Erdbeerernte wird eingestellt

Stark geschädigt sind Gärtnereien. So gingen bei Eickhoff in Gütersloh bis zu 800 Gewächshaus-Scheiben zu Bruch. Landwirte beklagten beispielsweise in Beckum von dem Unwetter verwüstete Rapsfelder. Einige Obstbauern wie der Oelder Thomas Steinhoff müssen die Erdbeerernte, die noch zwei bis drei Wochen laufen sollte, praktisch einstellen.

Demoliert wurden auch Scheiben an öffentlichen Gebäuden, zum Beispiel Oberlichter mehrerer Schulen in Rheda-Wiedenbrück. Selbst eine Kirche verschonte der Wettergott nicht: An der Wiedenbrücker Kreuzkirche wurden 50 Hagel-Einschläge in die Buntglasfenster gezählt.

Hunderte Wagen in Autohäusern zerstört

Pech hatten auch viele Autohäuser, in denen oft mehrere hundert Wagen beschädigt wurden – teilweise solche, die gerade erst nach dem Unwetter vom 19. Juni hergerichtet worden waren. Das Oelder Autohaus Lenz fliegt eigens 40 bis 50 Fachleute aus Australien und den USA ein, die etwa 300 Fahrzeuge reparieren sollen.

Vielerorts ließ das Unwetter Bäume umstürzen, etwa an der Bundesstraße 61 zwischen Gütersloh und Bielefeld. Dort waren Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßen.NRW noch am Montag damit beschäftigt, abgeknickte Bäume und herabgestürzte Äste zu entfernen.

Zahlreiche weitere ausführliche Informationen und Bilder bietet Ihnen die Dienstagsausgabe der „Glocke“.

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