Ausstellung zeigt „Briten in Westfalen“
Bild: Dinkels
Im Stadtmuseum zeigt Dr. Hauke-Hendrik Kutscher, wissenschaftlicher Referent beim LWL-Museumsamt für Westfalen, die Piloten-Kombis, die eine besondere Geschichte haben.
Bild: Dinkels

„Trikot-Tausch wie beim Fußball“, beschreibt Dr. Hauke-Hendrik Kutscher, wissenschaftlicher Referent beim LWL-Museumsamt für Westfalen, diese freundschaftliche Szene. Das Original aus England ist Teil der Wanderausstellung „Briten in Westfalen“. Es hängt jetzt im Gütersloher Stadtmuseum. Beim orangefarbenen Starfighter-Anzug daneben handelt es sich um einen Ersatz.

Bei der Ausstellung, die ab Sonntag bis zum 17. Juni im Stadtmuseum zu sehen ist, handelte es sich um eine komprimierte Wanderausstellung einer Schau, die bis Februar in Paderborn gezeigt worden war. „Sie spannt den Bogen von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart“, sagte Kutscher am Freitag bei einem Presserundgang. „Es geht um die Beziehungen zwischen Briten und Deutschen.“

Die Schau ist thematisch in fünf Abteilungen gegliedert; „Sieger und Besiegte“ (Nachkriegszeit), „Miteinander Leben“ (Alltag), „Klein London“ (britische Siedlungen), „Militär in der Gesellschaft“ und „Konversion“. Dabei ging es nicht immer konfliktfrei zu. Kneipenschlägereien hätten zu Unmut unter den Deutschen geführt, und die britischen Siedlungen hinter Kasernenmauern mit eigener Infrastruktur wie Schulen und Geschäften blieben für viele Deutsche eine fremde Welt, führte Kutscher aus.

Bei den Ausstellungsstücken handelt es sich um Leihgaben von Privatpersonen und Museen aus den Garnisonsstädten, aus Minden, Bünde, Herford, Bielefeld, Paderborn und natürlich aus Gütersloh. Außer den Piloten-Kombis gehören dazu Alltagsgegenstände wie Geschirr und Sportkleidung, Militaria, jede Menge Fotos, Dokumente, Pokale, Auszeichnungen und andere Dinge, die das Verhältnis zwischen den früheren Besatzern und späteren Freunden der heimischen Bevölkerung über sieben Jahrzehnte dokumentieren.

Sie sind in 23 Vitrinen in der Anmutung von Umzugskisten untergebracht, wie sie die britischen Streitkräfte bei Standortwechseln verwendeten. Bei der ersten Ausstellung in Paderborn waren es noch mehr als 40. Außerdem gibt es Hör- und Medienstationen mit Filmen.

Man könne 20 Minuten in der Ausstellung verbringen, aber auch zwei Stunden, sagte Museumsleiter Dr. Franz Jungbluth. Wenn sich das Interesse in der Region am Flugplatz auf die Ausstellung überträgt, dann dürfte es in den nächsten Wochen eng werden im Stadtmuseum.

Das Rahmenprogramm

Die Ausstellung „Briten in Westfalen wird am Samstag, 21. April, um 18 Uhr im Stadtmuseum, Kökerstraße 7 bis 11a, eröffnet. Nach einem Grußwort des Bürgermeisters Henning Schulz geben Museumsleiter Dr. Franz Jungbluth und der Historiker Norbert Ellermann eine Einführung in das Thema.

Zu sehen ist die Schau bis Sonntag, 17. Juni, zu den Öffnungszeiten des Museums mittwochs bis freitags von 15 bis 18 sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Sie erstreckt sich über zwei Etagen.

Öffentliche Führungen mit Jungbluth und Ellermann gibt es an den Freitagen 25. Mai und 15. Juni jeweils ab 15 Uhr, eventuell auch noch eine am letzten Sonntag, 17. Juni. Darüber wird noch informiert.

Das Rahmenprogramm sieht zwei Themenabende vor: Am Mittwoch, 30. Mai, ist der Lehrer Dr. Wolfgang Büscher ab 19 Uhr mit Schülern des Städtischen Gymnasiums zu Gast, die an einem Projekt zum Flugplatz mitgearbeitet hatten. Welche Erinnerungen haben sie? Was erwarten Sie? Darum geht es.

Eine Woche später am 6. Juni kommt Dr. Bettina Blum, Kuratorin der Vorläuferausstellung in Paderborn, und spricht ab 19 Uhr über die „Briten in Westfalen“.

Weitere Stationen der Ausstellung bis September 2019 sind Iserlohn (Stadtmuseum), Minden (Museum), Hamm (Stadtarchiv), Herne (Emschertal-Museum), Bielefeld (Historisches Museum), Herford (Städtisches Museum) und Büren (Kreismuseum Wewelsbu

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