Bachchor weiht Steinmeyer-Orgel ein
Bild: Kirschner
Dichtgedrängt unter der renovierten Steinmeyer-Orgel in der Gütersloher Martin-Luther-Kirche gestalteten der von Christoph Altstaedt dirigierte Bachchor und das Bachorchester das Wiedereinweihungskonzert.
Bild: Kirschner

 Der Presbyteriumsvorsitzende Eckhard Heidemann dankte allen, die das Vorhaben möglich gemacht haben. Die Feier am Sonntag auf einer der größten und bedeutendsten Orgeln in der Westfälischen Landeskirche begann mit dem klangvollen Lobeshymnus an die Orgel „Laudes Organi“ von Zoltán Kodály. Den übernahm in der Einleitung zunächst das Instrument selbst – gespielt von Christian Weiherer. Im Mittelpunkt aber stand in Anlehnung an einen lateinischen Hymnus aus dem 12. Jahrhundert der faszinierende Dialog zwischen Orgel und Chor, der die virtuosen Soli des Instruments mit großem Lob belohnt.

Eine Steilvorlage für den Bachchor, der sich unter der Leitung Bothmanns dichtgedrängt auf der Empore behutsam entfaltete. Nicht weniger Erfahrung brauchte es für die Umsetzung von Leonard Bernsteins „Chichester Psalms“, die in der kammermusikalischen Fassung auf die Instrumente Orgel (Weiherer), Harfe (Godelieve Schrama) und Schlagzeug (Konstantinos Argyropoulos) reduziert, ein opulentes Hörerlebnis boten. Souverän und mit großartiger Sangesfreude intonierte der Bachchor in hebräischer Sprache. 

Georg Reinkemeier aus dem Knabenchor übernahm die Sopran-Solostimme und erzeugte mit seiner glasklaren, unangestrengten Stimme Gänsehaut. Aus dem Solistenquartett mit Joke Zawischa (Alt), Finn Mellewigt (Tenor) und Maximilian Fissenewert (Bass) stach Veronika Borkowski mit jugendlich funkelndem Sorpan hervor. Das ausgezeichnete Zusammenwirken von Stimmen und Instrumenten brachte die Kirchenmauern zum Schwingen.

 Dann übernahm Christoph Alstaedt den Dirigentenstab. Der in Gütersloh aufgewachsene und international gefeierte Dirigent ließ in exakter Feinabstimmung das Bachorchester und den Chor in Gustav Holsts „Zwei Psalmen für vierstimmigen Chor“ in den Dialog treten. Feierlich und ruhig schwebend war die Stimmung dieser interessanten, wirkungsvollen Musik – vortrefflich begleitet vom Organisten Weiherer.

 Auch wenn nur ein Teil der zur Verfügung stehenden 99 999 Einstellungen ausgekostet werden konnten, rückte die von Bothmann gelobte „Universalorgel“ im glanzvollen Abschluss mit Francis Poulencs „Konzert g-Moll für Orgel, Pauken und Streicher“ doch alle ihre Facetten ins Licht. Zweifellos der Höhepunkt des Konzerts, einte Altstaedt doch dabei mit expressivem Dirigat die differenziert agierenden Streicher, den schlagkräftigen Pauker und das vorzügliche Spiel Weiherers an der Orgel. Ein überragendes, effektstarkes und stimmungsvolles Werk.

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