Barrierefrei in die Weberei
Bild: Dinkels
Das Kopfsteinpflaster an der Weberei ist für Rollstuhlfahrer nicht geeignet.
Bild: Dinkels

Von Barrierefreiheit kann an der Stelle keine Rede sein. „Das geht wirklich so weit, dass Räder steckenbleiben und man aus dem Rollstuhl fliegt“, sagte Annette Runte, stellvertretende Vorsitzende des Behindertenbeirats, als sie am vergangenen Donnerstag im Ausschuss für Arbeit, Familie und Soziales gemeinsam mit dem Vorsitzenden Mesut Can den Jahresbericht vorstellte. Beide wissen, wovon die reden. Sie sind selbst auf einen Rollstuhl angewiesen.

Die Voraussetzungen sollen sich nun ändern, der Behindertenbeirat hat sich des Themas angenommen. Die Selbsthilfegruppe für MS-Kranke hatte auf das Problem aufmerksam gemacht. Man habe mit der Stadt darüber gesprochen und es gebe Pläne, einen mindestens einen Meter breiten Streifen mit Abzweigungen zu den Eingängen an der Bogenstraße möglicherweise mit einem glatten Naturstein neu zu pflastern, führte Annette Runte weiter aus. Gewählt werden soll ein Pflaster, „das in das historische Bild der Stadt passt. Wenn das umgesetzt ist, dann ist auch die Weberei barrierefrei zu erreichen“. In Inneren ist sie es schon.

Eine andere, auch optisch verträgliche Variante wäre, das bestehende Kopfsteinpflaster so abzuschleifen, dass es eine ebene Fläche ergibt. Dem Vernehmen nach sollen sich Angehörige der Stadtverwaltung schon Beispiele in anderen Städten angesehen haben. Auch der Denkmalschutz ist involviert.

Das Pflaster ist Teil des denkmalgeschützten Industrie-Ensembles. Die Kosten hängen von der gewählten Variante ab. Zur Höhe verlautete bisher nichts. Üblicherweise bemüht sich die Stadt bei solchen Maßnahmen um Zuschüsse. Die Weberei, ehemals Greve & Güth, stammt von 1874. In den Jahren 1912, 1922 bis 1924 und 1927 bekam sie ihr heutiges Aussehen.

SOCIAL BOOKMARKS