Baubeginn  für Hochspannungsleitung
Die RWE-Tochter Amprion kümmert sich um die Hochspannungsleitungen.

Vor einem Jahr hatte die Bezirksregierung Baurecht erteilt. Anwohner waren gegen die umstrittenen Freileitungen auf einer bestehenden Trasse bis vors Bundesverwaltungsgericht (BVG) gezogen, das im Januar die letzte Klage nach mündlicher Verhandlung in Leipzig abgewiesen hatte. Der Kläger kündigte an, notfalls bis vor den Europäischen Gerichtshof zu ziehen.

Davon unbenommen werde mit dem Bau der rund zehn Millionen Euro teuren Leitung in der nächsten Woche begonnen, sagte Dr. Andreas Preuß, Sprecher des Netzbetreibers Amprion, der „Glocke“. Start ist in Blankenhagen. Wie berichtet, handelt es sich dabei um den ersten, genau 11,25 Kilometer langen Abschnitt der insgesamt 27 Kilometer langen Strecke zwischen dem Umspannwerk Gütersloh und Bechterdissen. Für den zweiten, rund 15 Kilometer langen Abschnitt vom Anschlusspunkt Friedrichsdorf bis Bechterdissen ist bisher nur der Antrag gestellt worden, Baurecht steht aus.

Die vorhandenen 110- und 220-Kilovolt-Leitungen werden ersetzt durch zwei 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitungen und zwei 110-Kilovolt-Hochspannungsleitungen, die zusammen auf die neuen Masten gehängt werden. Insgesamt werden 37 neue, zwischen 50 und 70 Meter hohe Masten errichtet. Sie ersetzen die 77 alten Masten, die bereits 50 Jahre alt sind und verschrottet werden. Nach Angaben des Sprechers werden 1500 Tonnen Stahl verbaut. Da jeder der vier Stromkreise aus zwölf Einzelkabeln besteht, werden allein auf Gütersloher Gebiet rund 530 Kilometer Kabel montiert.

Die vergleichsweise lange Bauzeit ergibt sich laut Preuß daraus, dass die 110-Kilovolt-Leitung nicht einfach abgeschaltet werden kann, sondern abschnittsweise ersetzt werden muss. Wenn nach der Fertigstellung die restliche Trasse bis Bechterdissen noch nicht genehmigt sei, könne die neue 380-Kilovolt-Leitung auch mit 220 Kilovolt genutzt werden, sagte der Sprecher.

Der Anwohner, dessen Anwalt zuletzt beim BVG eine Anhörungsrüge erhoben hat, will erreichen, dass neue Masten nicht errichtet werden, bevor die gesamte Trasse bis Bechterdissen genehmigt ist. Die neue Freileitung dient auch der Stromversorgung des Großraums Bielefeld / Gütersloh und wird an das europäische Verbundnetz angeschlossen.

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