Bauverein stockt Bestandsbauten auf
Bild: Frielinghaus
Da keine Bauflächen zur Verfügung stehen, der Bedarf an Wohnraum in Gütersloh aber groß ist, stockt der Bauverein Gütersloh auf. In der Siedlung an der Gneisenaustraße werden vier Häuser durch eine zusätzliche Etage ergänzt. Die Baufortschritte schauten sich an (v. l.) Gabriella Elsing (Architektin und Bauingenieurin beim Bauverein), Wolfgang Schmelz (Vorstandsvorsitzender Bauverein) und Birgit Melisch (Architektin).
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In der Siedlung Gneisenaustraße 58 - 60 entstehen zurzeit acht Neubauwohnungen. Im Rahmen der dort ohnehin anstehenden energetischen Modernisierung der Bestandswohnungen habe man sich dazu entschieden, noch einen Schritt weiterzugehen, erklärt Wolfgang Schmelz, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsbaugenossenschaft, bei einem Rundgang über die Baustelle. Dort, wo sich bis vor kurzem noch leerstehender Dachraum befand, entstehen in allen vier Mehrfamilienhäusern jeweils zwei neue Wohnungen.

Aufbau mit Holzrahmen

Die vorhandenen Satteldächer wurden dafür bereits an drei Objekten abgetragen und teilweise schon durch eine zusätzliche Etage mit Flachdach ersetzt. „Durch die vertikale Nachverdichtung werden die vorhandenen Ressourcen optimal genutzt“, sagt Gabriella Elsing, Architektin und Bauingenieurin beim Bauverein. Beauftragt mit der Planung und Umsetzung hat der Bauverein das Architekturbüro Melisch aus Gütersloh.

Errichtet wird die zusätzliche Etage mit Holzrahmen, die anschließend mit Fassadentafeln verkleidet werden. Diese Bauweise habe nicht nur den Vorteil, dass die Holzrahmen leichter seien als entsprechende Elemente aus Beton – was wiederum den statischen Voraussetzungen entgegenkomme. Sie könnten auch vorgefertigt werden. Das habe den positiven Effekt, dass ihr Aufbau nur zwei bis drei Tage in Anspruch nehme. Das wiederum führe zu einem trockenen Raumklima, wodurch direkt mit dem Innenausbau weitergemacht werden könne, erklärt Elsing.

Fertigstellung für Ende des Jahres geplant

Gestartet ist der Bauverein mit der Aufstockung und der energetischen Modernisierung an der Gneisenaustraße im Juni. Bezugsfertig sind die acht neuen Wohnungen, die zwischen einer Größe von 50 und 76 Quadratmetern variieren, Ende des Jahres. Der Abschluss der Arbeiten an den Außenanlagen ist für kommendes Frühjahr vorgesehen. Dazu gehören außer gärtnerischen Arbeiten auch der Bau neuer Garagen sowie die Schaffung zusätzlicher Parkplätzen.

Die Neubauwohnungen an der Gneisenaustraße verfügen jeweils über Fenster mit Dreifach-Verglasung, eine dezentrale Lüftungsanlage, einen modernen Grundriss mit Dachterrasse, ein Bad mit bodengleich gefliester Dusche sowie Böden in Holzoptik. „Drei der insgesamt acht Wohnungen sind bereits vergeben“, sagt Schmelz.

Der Bauverein Gütersloh ist mit mehr als 1800 Wohneinheiten einer der größten Vermieter im Kreis Gütersloh. Die Wohnungsbaugenossenschaft hat sich in den vergangenen Jahren vornehmlich auf die energetische Modernisierung ihrer Bestände und auf den Neubau von seniorengerechten Wohnungen konzentriert.

Enorme Energieeinsparung

An der Gneisenaustraße steht eine Siedlung mit vier Häusern. Zwei davon wurden im Jahr 1953 und zwei 1968 errichtet. Innerhalb der energetischen Modernisierung der Bestandswohnungen werden folgende Maßnahmen ergriffen: Einbau neuer Fenster mit Dreifach-Verglasung, einer neuen Haustüranlage, neuer Wohnungseingangstüren und der Anbau von Balkonen. Zudem werden die bisher vorhandenen Etagenheizungen entfernt und durch zwei Heizzentralen mit Brennwerttechnik ersetzt, die jeweils zwei Häuser versorgen.

„Durch die energetische Modernisierung werden gemäß eines Gutachtens 68 Prozent Energie eingespart“, sagt Schmelz. Die Kosten für Modernisierung und die Aufstockung der Gebäude belaufen sich laut Bauverein auf 2,7 Millionen Euro.

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