Bedarf an Kita-Plätzen steigt weiter
Bild: Dinkels
Siegfriedstraße: Die Kindertagesstätte wird weiter benötigt und womöglich ergänzt.
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Wegen einer wachsenden Nachfrage müssen zusätzliche Plätze geschaffen werden. Das soll vorrangig in einigen städtischen der insgesamt 52 Gütersloher Kindertageseinrichtungen geschehen. Dazu sind kurzfristig zusätzliche provisorische Gruppen sowie in den nächsten Jahren Erweiterungen und wohl auch mindestens zwei Neubauten erforderlich.

Das geht aus der Bedarfsplanung für das Kindergartenjahr 2016/2017 hervor, die die Verwaltung jetzt für die Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Donnerstag, 25. Dezember, vorgelegt hat. Auch die Tagespflege soll deshalb ausgebaut werden. Für bauliche Maßnahmen sollen Fördermittel aus unterschiedlichen Töpfen akquiriert werden. Der Personalbedarf steigt kurzfristig um sieben Fachkraft- und sechs Ergänzungsstellen, die im aktuellen Stellenplan noch untergebracht werden müssen.

Die Bedarfsplanung dient in erster Linie der Erfüllung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr. Für das nächste Kindergartenjahr 2016/17 will die Stadt beim Land 3319 Kindpauschalen anmelden (Vorjahr: 3190).

Schon im laufenden Jahr sind demnach Engpässe aufgetreten insbesondere im Sozialraum Spexard. Dort wurde in der Kita Vogelsbergstraße schon eine zusätzliche Gruppe mit 15 Plätzen für Kinder über drei Jahren angelegt. Einen Mangel gibt es auch im wachsenden Ortsteil Pavenstädt.

Im laufenden Jahr müssen nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Minden überdies 40 Kinder von britischen Armeeangehörigen versorgt werden, die bisher in keiner Statistik auftauchten. Hinzu kommen aktuell 121 Kinder von Flüchtlingen im Alter von bis zu sechs Jahren, die eigentlich betreut werden müssten. Im vergangenen November wurde als Sofortmaßnahme mit Landesförderung die Eltern-Kind-Gruppe „Rockzipfel“ im Jugendtreff Kattenstroth gegründet. 31 Kinder im Alter von vier und fünf Jahren wurden zudem in Kitas untergebracht.

Ein weiterer Grund für den wachsenden Bedarf: Die Geburtenjahrgänge wachsen in Gütersloh statt zu schrumpfen, wie es bisher angenommen worden war. So werden jetzt regelmäßig zwischen 860 und 950 Geburten im Jahr gezählt, während es früher zwischen 815 bis 860 waren. Außerdem lassen mehr berufstätige Eltern ihren Nachwuchs betreuen. Bei Kindern über drei Jahren stieg die Quote von 92 auf 94 Prozent. Auch bei den Kindern unter drei Jahren rechnet die Verwaltung bis 2020 mit einem Anstieg der Quote von 34 auf 39 Prozent.

Maßnahmenbündel

Geplant ist ein Bündel von Maßnahmen: In den städtischen Einrichtungen Franz-Grochtmann- und Vogelsbergstraße sollen die provisorischen Gruppen für je 20 Kinder über drei Jahre zunächst um ein Jahr verlängert werden. In den städtischen Kitas Teismanns Weg, Langerts Weg und Auerhahnstraße soll je eine zusätzliche provisorische Gruppe für je 20 bis 25 Kinder über drei Jahren eingerichtet werden, an der Bülowstraße eine halbe Gruppe. An der Siegfriedstraße wird geprüft, ob bis zu zwei zusätzliche provisorische Gruppen in der benachbarten ehemaligen Schule untergebracht werden können.

Im Vorgriff auf die geplante dreigruppige Kita in der Blankenhagen School („Die Glocke“ berichtete) sollen 2016/17 schon zwei provisorische Gruppen für je 20 bis 25 Kinder über drei Jahren eingerichtet und ein Interessenbekundungsverfahren folgen.

In Friedrichsdorf hat die Verwaltung keinen alternativen Standort für die Tagesstätte Pelikanweg gefunden. Deshalb soll ein erforderlicher Ersatzbau auf dem jetzigen Standort auf dem Gelände der Grundschule Große Heide erfolgen. Geplant ist, dafür das Grundstück der Hausmeisterwohnung zu nutzen. Mit dem Neubau soll die Einrichtung um je eine Gruppe für Kinder unter und für Kinder über drei Jahren auf dann vier Gruppen (70 bis 85 Plätze) erweitert werden. Die Umsetzung soll im Kindergartenjahr 2017/18 erfolgen in Verbindung mit einem Trägerwechsel. Dafür ist ein Interessenbekundungsverfahren geplant.

In Spexard wird überdies eine zusätzliche fünfgruppige Einrichtung benötigt. Die Verwaltung sucht einen Standort im Bereich Verler, Weser- und Franz-Grochtmann-Straße. Überlegt wird außerdem, ob die katholische Tagesstätte Bruder Konrad durch Aufstocken des Anbaus um eine Gruppe ergänzt werden kann.

Die städtische Zwei-Gruppen-Einrichtung Müthers Kamp in Avenwedde soll um einen Mehrzweckraum erweitert werden. Anbauten sollen auf Sicht auch in den Einrichtungen Langerts Weg, Teismanns Weg und Bülowstraße erfolgen. Auch in Pavenstädt ist die Verwaltung auf der Suche nach einem weiteren Standort. Trotz des Neubaus der (ausgebuchten) Kita Leonardo besteht rechnerisch ein Fehlbedarf von 89 Plätzen.

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