Bertelsmann-Chef rechnet mit Erholung
Fotos: Die Glocke
Bertelsmann in Gütersloh hofft in der zweiten Jahreshälfte auf steigende Werbeerlöse in den Bereichen TV und Zeitschriften.
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Der Umsatz des Medien-, Dienstleistungs- und Bildungskonzerns  ging in den ersten sechs Monaten um 8,9 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro zurück. Bertelsmann rechnet für das zweite Halbjahr mit einer schrittweisen Erholung der Werbemärkte. Zudem betonte das Unternehmen: "Unter Berücksichtigung der hohen Prognoseunsicherheit sollten Umsatz und operatives Ergebnis ohne die TV- und Zeitschriftengeschäfte das Vorjahresniveau erreichen." 

Weniger für Waren und Dienstleistungen geworben

Der Rückgang auf dem Werbemarkt, der bei vielen Medienunternehmen in Deutschland zu sehen ist, zeigte sich bei den Bertelsmann-Geschäftsbereichen RTL Group und Zeitschriftenverlag Gruner+Jahr. Zwar waren die Reichweiten von TV-Sendungen und Zeitschriften bei Zuschauern und Lesern hoch - aber wegen der im Lockdown stillgelegten Wirtschaft wurde deutlich weniger für Produkte und Dienstleistungen geworben.

Dennoch konnte der Konzern mit anderen Sparten gegensteuern. Zum Beispiel steigerte der Dienstleistungsbereich mit Arvato das operative Ergebnis. Auch der Umsatz im Musikbereich BMG ging nach oben. Der Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe betonte am Dienstag, dass das Konzernergebnis weitgehend stabil sei. Zu der Erwartung, dass sich die Werbemärkte wieder schrittweise erholen, sagte er: Nach einem Minus von 40 Prozent bei der RTL Group im zweiten Quartal, erwarte man im dritten Quartal noch ein Minus von 10 Prozent. In Deutschland sehe man die Fernsehwerbung im August sogar "deutlich im Plus im Vergleich zum Vorjahr". Die Prognoseunsicherheit bleibe aber weiter hoch. 

Rabe hört „positive Signale aus dem Markt“

"Wir hören positive Signale aus dem Markt." Rabe sagte auch: "Viele unserer Kunden merken, dass sie Werbung und Fernsehwerbung brauchen, um ihre Produkte zu verkaufen." Man sehe eine breite Erholung in den Werbemärkten - mit einer Ausnahme: Tourismus. 

Thomas Rabe, Bertelsmann-Vorstandsvorsitzender

Die RTL Group steuert weiterhin den größten Anteil der Umsätze im Konzern bei. Das Interesse an den Streaming-Angeboten auf den Plattformen TV Now und Videoland in Deutschland und in den Niederlanden stieg in der Corona-Pandemie im ersten Halbjahr - um 45 Prozent auf 1,77 Millionen zahlende Abonnenten. 

Bertelsmann hat weltweit rund 126.000 Mitarbeiter. Die Beschäftigungszahl konnte im ersten Halbjahr gehalten werden. In Deutschland waren laut Rabe maximal 7000 Mitarbeiter in Kurzarbeit, jetzt seien es noch rund 1000 Beschäftigte. Weltweit waren es maximal knapp 20.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Auch diese Zahl habe sich in den vergangenen Wochen reduziert.

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