Bertelsmann empfängt König Felipe
Bild: Dünhölter
Begrüßung bei Bertelsmann: (v. l.) Vorstandschef Dr. Thomas Rabe, König Felipe VI., Liz Mohn und Christoph Mohn vor dem Eingang zum Corporate Center (Hauptverwaltung) an der Carl-Bertelsmann-Straße.
Bild: Dünhölter

Als der 46-Jährige in einem gepanzerten Audi A 8 Quattro auf das Bertelsmann-Gelände gefahren wird, stehen nur wenige Schaulustige an der Carl-Bertelsmann-Straße. Die aber sind begeistert. „Es ist der Hammer“, sagt Juan Francisco Pajuelo. „Dass ich den König sehen darf, ist so toll, als hätte Real Madrid ein Tor geschossen.“ Die Familie des 43-jährigen Tankwarts und KFZ-Mechanikers stammt aus der Region Extremadura im Südwesten Spaniens. Pajuelo arbeitet an der Tankstelle direkt gegenüber dem Corporate Center. Er hofft, dass der König in Spanien erfolgreich daran mitwirkt, die hohe Arbeitslosigkeit zu überwinden.

Auch für die Bertelsmann-Mitarbeiter ist der Besuch eines Königs etwas Besonderes. Es ist das erste Mal, dass ein Monarch den Medien-Konzern besucht. Seit dem 17. November hat Bertelsmann die Zusage, dass König Felipe für drei Stunden nach Gütersloh kommt. Von diesem Zeitpunkt an laufen die Vorbereitungen für den Empfang Felipes. Das strenge Protokoll des spanischen Hofs sei einzuhalten, erklärt ein Bertelsmann-Sprecher, während rund 40 Journalisten auf die Ankunft des Königs warten.

Um Punkt 12.30 Uhr rollt die Limousine vor den Eingang der Hauptverwaltung. König Felipe steigt aus dem Fond und wird von Bertelsmann-Matriarchin Liz Mohn, von ihrem Sohn und Aufsichtsratschef Christoph Mohn sowie vom Vorstands-Chef Dr. Thomas Rabe begrüßt. Felipe VI. wirkt zurückhaltend, blickt einige Sekunden freundlich in die Kameras der Fotografen. Dann geht es in das Gebäude.

Die Aufstellung für das offizielle Foto ist festgelegt. Links neben Felipe steht Liz Mohn, rechts neben ihm Dr. Angelica Schwall-Düren, Europa-Ministerin in Nordrhein Westfalen. Die Männer schließen sich nach außen an. Wenige Sekunden haben die Fotografen Zeit, ein Bild aufzunehmen. Dann verabschiedet sich die Gruppe zu einem Gespräch über den Konzern.

Der Austausch dauert länger als geplant. Die Beamten der Polizei-Motorradstaffel, die den Konvoi der spanischen Delegation anführt, müssen auf ihren Maschinen warten. Dann kommen König Felipe und Liz Mohn plaudernd zurück. Der König wirkt entspannt. Er begrüßt die Fotografen mit einem „Hallo“. Dann steigt er in den Wagen. Es geht zum Mittagessen ins Privathaus von Liz Mohn, an dem auch die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) teilnimmt.

Versprechen eingelöst

„Der König ist länger geblieben.“ Fernando Carro, President für Lateinamerika und Spanien bei Bertelsmann und Chief Executive Officer der Club- und Direktmarketinggeschäfte, strahlt, als er nach dem Mittagessen mit König Felipe im Haus von Liz Mohn zurückkommt. Der spanische Monarch habe sowohl im Corporate Center als auch beim Gespräch mit Vertretern des Deutsch-Spanischen Unternehmerrats mehr Zeit verbracht als vorgesehen. „Es waren gute Gespräche über die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Spanien und Deutschland“, betont Carro im Anschluss an den Besuch des hochrangigen Gastes. „Die Stimmung beim Essen war fröhlich und freundlich.“

Die Protokollanten des spanischen Königshauses hätten Wert darauf gelegt, dass der Kaffee nach dem Menü im Stehen eingenommen wurde. „So hatte König Felipe die Möglichkeit, mit den Vertretern des Unternehmerrats locker ins Gespräch zu kommen“, erklärt Carro. Bertelsmann koordiniert die Aktivitäten der 2013 gegründeten Vereinigung, die sich für die Förderung der deutsch-spanischen Beziehungen einsetzt.

„Liz Mohn kennt den Monarchen schon seit 23 Jahren. Sie haben sich in Barcelona kennengelernt“, erklärt Carro, wie der außergewöhnliche Besuch zustande kam. Bei einem Festakt zum 50-jährigen Bestehens des spanischen Buchclubs im November 2012 habe Felipe – damals noch Kronprinz – Liz Mohn versprochen, zu Bertelsmann nach Gütersloh zu kommen. Beim Antrittsbesuch als spanischer König in Deutschland habe sich jetzt die Gelegenheit ergeben.

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