Bertelsmann lässt den „müden Tod“ auferstehen
Bild: Pieper
Als bekennende Stummfilmfans engagieren sie sich für das cineastische Kulturerbe: (v. l.) Arte-Vizepräsident Gottfried Langenstein,, Rainer Rother (Leiter der Retrospektive der Berlinale), Bertelsmann-Vorstandsvorsitzender Thomas Rabe als Gastgeber und Ernst Szebedits (Vorstand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung).
Bild: Pieper

 Dass er sich aber schon mit seinem 1921 entstandenen Frühwerk „Der müde Tod“ den Titel eines visionären Meisterregisseurs erarbeitete, das wurde jetzt auf der Berlinale zum Auftakt der Reihe „Classics“ offensichtlich: Im ausverkauften Friedrichstadtpalast der von Cineasten und Schaulustigen nur so summenden und brummenden Bundeshauptstadt, und begleitet von einem subtil aufspielenden Berliner Rundfunk-Sinfonieorchester unter Frank Strobel, erlebte Fritz Langs sorgsam restaurierter Film seine Wiederauferstehung.

 Als Hauptsponsor des Projekts – und als galanter Gastgeber für den Empfang nach der lautstark beklatschten Weltpremiere – empfahl sich die Firma Bertelsmann. Sie empfing in ihrem noblen Berliner Domizil, der Alten Kommandantur Unter den Linden, Gäste aus Politik, (Film-)Wirtschaft und Kultur. Da plauderte der luxemburgische Botschafter Georges Santer mit dem Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Professor Dr. Michael Eissenhauer,. Es plauderten ungezwungen die Schauspieler Sebastian Koch und Burghart Klaußner mit Ufa-Chef Wolf Bauer und dem Sänger Max Raabe. Star-Architekt Sir David Chipperfield traf auf Arvato-Chef Fernando Caro. Und nicht zu vergessen die diversen Vertreter des Berlinale-Trosses, der des Nachts von Party zu Party zieht – immer auf der Suche nach einem deliziösen Häppchen und pikanten Informationen.

 Es war ein spannender, anregender Abend, der zurückführte in die Zeit, als die Bilder zwar schon laufen, aber eben noch nicht sprechen konnten. Dass er nicht abglitt in eine falsche Nostalgie, sondern vielmehr den Wagemut, die Experimentierfreudigkeit und die Expressivität aus des Kinos Kinderstube offenbarte, ist Anke Wilkening und dem Team von L’Imagine Ritrovata in Bologna zu verdanken. Im Auftrag der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung (Wiesbaden), die die Rechte an diesem und weiteren 6000 Stumm- und Tonfilmen hält, war die Chefrestauratorin ein Jahr lang damit beschäftigt, Langs „müden Tod“ wieder munter zu machen. Nicht von ungefähr, so war zu hören, beliefen sich die Kosten auf über 100 000 Euro – weit mehr als die 2014 ebenfalls von Bertelsmann geförderte Restaurierung von Robert Wienes Stummfilm „Das Cabinet des Dr. Caligari“.

Den kompletten Bericht mit Statements vom bekennenden Stummfilmfan und Bertelsmann-Vorstandsvorsitzenden Thomas Rabe über den Sinn und Zweck solch einer Förderung, Hintergründe zur Ufa, Wissenswertes über Restaurierungsdetails und zur Filmmusik lesen Sie  in der Gütersloher „Glocke“ vom 15. Februar.

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