Biegsam beim Niveau-Limbo
Bild: Steinecke
Zotenkönig Ingo Appelt versuchte in der Gütersloher Stadthalle zu punkten.
Bild: Steinecke

 Oder ist der Titel des aktuellen Programms, „Männer muss man schlagen“, einfach nur hemmungslose Ranschmeiße an ein Klientel, das bislang vielleicht eher Schwierigkeiten mit dem Fäkalhumor-Fetischismus des Comedians hatte: die Frauen?

 Dabei liebt es das zarte Geschlecht auch durchaus kräftig-deftig, wenn der ätzende Witz denn die richtigen trifft: diejenigen, die sich am schlechtesten wehren können, die schwächsten – die Männer. Verbündet sich Frau mit Frau und ist ein kleiner „Feigling“ in ihren Namen unter ihnen, dann kann es gar nicht derb genug zugehen.

Kein Klischee ist zu abgenutzt

Ingo Appelt weiß das. So sorgte er am Donnerstagabend, gar nicht feige, selbst für die nötige enthemmende Wirkung in der Stadthalle. Appelt, der beim Niveau-Limbo immer schon der biegsamste unter den deutschen Spaßmachern war, schien kein Klischee zu abgenutzt, keine Zote zu schmierig, um den Mann auf die unterste Entwicklungsstufe zu stellen. Und das sehr geschickt, indem er die Männer zu Verbündeten seiner eigenen Selbstvorwürfe machte, die seine Fragen nach dem dümmsten Depp und der unsensibelsten Natur im ganzen Land bereitwillig grölend immer gleich beantworteten: „Die Männer!“

Keine Frage, dass dieser Wettbewerb des devoten Kriechens den Damen im nur zur Hälfte gefüllten Saal gefiel und den Männern nichts auszumachen schien. Tatsächlich wirkte dieses Gegensatz-Konstrukt wenig authentisch. Für Appelt ist er lediglich Vorwand, um immer neue Variationen seiner immergleichen F-Wort-Paraden loszulassen.

Was es sonst noch über Appelts intellektuelle Schmalbrüstigkeit zu wissen gibt, lesen Sie in der Samstagsausgabe der Gütersloher „Glocke“.

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