Bisher 15 Erkrankungen im Kreis bestätigt
Bild: Dinkels
Das Bürgertelefon im Kreishaus steht nicht mehr still: Auskunft geben unter anderem Ulrike Rediker-Authmann, Diana Ortkras und Johannes Köster.
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 „Wir erleben seit gestern eine dynamische Entwicklung“, sagte Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) am Donnerstagnachmittag bei einem Pressegespräch im Kreishaus. Er berichtete von 15 bestätigten Fällen. „Es geht allen Betroffenen den Umständen entsprechend gut“, sagte Adenauer. 14 befinden sich in häuslicher Quarantäne, nur eine Person müsse stationär in einem Krankenhaus behandelt werden.

Sie alle hätten sich bei Reisen ins Ausland infiziert, ein großer Teil beim Ski-Urlaub in Ischgl in Österreich. Die gute Nachricht: Die Labortests von nahestehenden Kontaktpersonen seien „alle negativ“ ausgefallen, sagte Adenauer.

Bis Donnerstag gab es drei Erkankungen in Rheda-Wiedenbrück, fünf in Verl, jeweils zwei in Gütersloh, Steinhagen und Schloß Holte-Stukenbrock sowie eine in Rietberg. Die meisten Betroffenen sind Männer.

„Unser oberstes Ziel ist es, eine weitere Ausbreitung zu verhindern“, sagte Adenauer. Künftig werde der Kreis jeweils um 14 Uhr die aktuellen Zahlen mit Stand 12.30 Uhr des Tages nennen. „Ich gehe davon aus, dass wir morgen andere Zahlen haben werden“, sagte Dezernent Thomas Kuhlbusch. Künftig werde man auch die Orte nennen. An die Bürger appellierte Adenauer, Ruhe zu bewahren.

Seit Donnerstag ist auch der Krisenstab des Kreises aktiviert. Darin arbeiten Vertreter alle relevanten Abteilungen von Gesundheit über Bevölkerungsschutz, Innere Angelegenheiten und Personal bis hin zu Soziales zusammen. Anlassbezogen könnten weitere Personen hinzukommen, kündigte Kuhlbusch an.

Am Klinikum Gütersloh soll an diesem Freitag ein Test- und Diagnosezentrum eingerichtet werden, das die Kassenärztliche Vereinigung betreibt. Der Weg dorthin führt ausschließlich über den Hausarzt, wie Dr. Anne Bunte, Leiterin der Abteilung Gesundheit beim Kreis, berichtete. Wenn ein begründeter Verdacht bestehe, solle man sich an den Hausarzt wenden. Der kümmere sich um einen Termin. Das Zentrum werde vermutlich in Containern untergebracht.

„Wir wollen erreichen, dass durch umsichtiges Verhalten eine Verbreitung verhindert wird“, erklärten Bunte und Kuhlbsch unisono. Wer sich krank fühle, solle zuhause bleiben. Gleichwohl gehe man davon aus, dass sich das Virus auch im Kreis Gütersloh weiter verbreiten werde. „

Man braucht einen 15-minütigen Face-to-face-Kontakt, damit man sich infiziert“, sagte Bunte. Ein einfaches aneinander Vorbeigehen führe nicht zur Infektion.

„Es wird vermehrt auch über die Schließung von Schulen und Kindergärten nachgedacht“, berichtete Adenauer. „Es gibt aber noch keine Tendenz.“

Unterdessen steigt die Zahl der Ratsuchenden am Bürgertelefon. Allein am Mittwoch waren es laut Adenauer 120. Die Hotline ist montags bis freitags zwischen 8 und 17 Uhr unter Telefon 05241/854500 zu erreichen.

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