Blankenhagen bekommt ein eigenes Wappen
Bild: Dinkels
Stellten das Blankenhagener Wappen vor: (v. l.) Karl-Heinz Jaschinski, Reinhard Welpmann, Ursula Höffer und Fritz Stegen vom Bürgerverein des Stadtteils am Mittwoch in Welpmanns Deele.
Bild: Dinkels

„Das Motto heißt: Es muss zusammenwachsen, was zusammengehört“, sagt Reinhard Welpmann (70) vom Bürgerverein. Blankenhagen sei mit rund 1200 Hektar die größte Bauerschaft gewesen, die 1910 nach Gütersloh eingemeindet worden sei. „Wir möchten, dass die beiden Ortsteile Blankenhagen-West und -Ost zusammenwachsen“, so Welpmann. Das werde allerdings durch die geplante Höchstspannungsanlage der Firma Amprion erschwert. Aber dazu später.

Das einprägsame Wappen hat der Grafiker Lutz Hesker entworfen. Darauf steht „Gütersloh“, „Blankenhagen“ und „seit 1222“, das Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung, sowie die Beschreibung „stadtnah und grün“. Das Grün steht für Bäume und Felder, zwei blaue Bänder für die Lutter und den Schlangenbach, und ein braunes Rad kann sowohl ein Wagen- als auch ein Mühlrad etwa des Guts Langert symbolisieren.

Die Wappen sollen aus Aluminiumblech gefertigt werden, 70 Zentimeter hoch und 50 breit. Rund 3500 Euro veranschlagt der Bürgerverein – Sponsoren sind willkommen.

Der Bürgerverein kämpft nicht nur für den Zusammenhalt im Stadtteil, sondern auch für eine Verbesserung der Infrastruktur und ein besseres Image. Dieses sei „fürchterlich“, räumt die Vorsitzende Ursula Höffer (75) ein, es werde dem Stadtteil aber von außen übergestülpt. „Die Menschen, die hier leben, fühlen sich wohl“, versichert Höffer. Fritz Stegen (73), Pfarrer im Ruhestand: „Blankenhagen ist ein sehr junger Stadtteil. Das ist ein Pfund, mit dem man wuchern kann.“

Gleichwohl: „Uns werden immer wieder Knüppel zwischen die Beine geworfen“, klagt die Vorsitzende. Jüngstes Beispiel: Die geplante 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung des Netzbetreibers Amprion. Sie soll zwischen den beiden Siedlungsgebieten verlaufen in einem Abstand, der aus Sicht des Bürgervereins eine weitere Entwicklung und ein Zusammenwachsen verhindert, wenn Abstandsgrenzen einzuhalten sind. Deshalb und wegen der Kindertagesstätten plädiert der Bürgerverein vehement für eine Erdverkabelung. Bisher vergeblich, aber die Blankenhagener geben die Hoffnung nicht auf.

In Blankenhagen gibt es keinen Arzt mehr und keine Apotheke. Vor drei Jahren hätte sich beinahe ein Arztehepaar dort niedergelassen, entschied sich aber in letzter Minute aus verschiedenen Gründen anders. An Infrastruktur hat der Ort noch den Jibi-Markt, die Sparkassen-Filiale, einen Volksbank-Automaten, die Grundschule und die Kindertagesstätten sowie das Bürgerzentrum Lukas und die Kirchen Heilige Familie und Zum Guten Hirten.

Hoffnungen ruhen auf Bürgerzentrum

„Wir haben keine Räumlichkeiten“, sagt Ursula Höffer. „Deswegen möchten wir die Jakobuskirche als Bürgerhaus haben.“ Das sei jetzt zunächst das Wichtigste. Wie berichtet, will die Stadt das 2007 profanierte ehemalige Gotteshaus von der Evangelischen Kirchengemeinde Gütersloh kaufen und bis Oktober 2019 zum Bürgerhaus umbauen. Der Vertrag mit dem gegenwärtigen Mieter, dem Verein Zirkel, wurde zu Ende 2018 gekündigt. Die Stadt veranschlagt einen Kaufpreis von rund 390 000 Euro und Umbaukosten von zwei Millionen Euro. Dabei setzt sie auf Fördermittel.

Sorge bereitet dem Bürgerverein die sich weiter wandelnde Einwohnerstruktur im Ortsteil. Die ehemals von Briten bewohnten Wohnungen am Rudolstädter Weg (rund 160) und am Spiekergarten (63) würden vor allem von Flüchtlingen und Arbeitern der Fleischindustrie zum Teil mit ihren Familien bezogen. Um einem zu einseitigen Zuzug entgegenzuwirken, würde sich der Bürgerverein laut Vorstandsmitglied Karl-Heinz Jaschinski (68) ein weiteres Wohngebiet mit jungen Familien zum Beispiel gegenüber der Kirche Heilige Familie am Blankenhagener Weg wünschen. Dem stünde allerdings eine Höchstspannungsleitung von Amprion entgegen.

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