Blaue Herde grast in der Heidelandschaft
Bild: Dinkels
Mit einer Herde von blauen Schafen (aus Kunststoff) haben Gabriele Conert von der Werbegemeinschaft und Bürgermeister Henning Schulz den Gütersloher Frühling auf dem Berliner Platz eröffnet. Conert hatte sich als Schäferin herausgeputzt.
Bild: Dinkels

Was gehört in eine Heidelandschaft? Schafe! Das haben sich auch die Macher des Gütersloher Frühlings gedacht und die inzwischen europaweit bekannte blaue Herde an die Dalke geholt. Dort zogen die ultramarineblauen Tiere am ersten Tag des Frühlingsfests sofort die Blicke der Besucher auf sich, und manches Kind wollte die Schafe sogar streicheln.

Die angekündigte Überraschung ist also gelungen. Nur das Wetter wollte am Donnerstag (noch) nicht mitspielen. Trotzdem sagte Bürgermeister Henning Schulz (CDU): „Ich bin glücklich, dass wir eine Parklandschaft eröffnen und keine Winterlandschaft, bei der die blauen Schafe im Schnee stehen.“

Gabriele Conert von der Werbegemeinschaft ermunterte die Besucher, Schafe hinzuzukaufen und so die Herde – bisher knapp 50 Tiere – zu vergrößern.

Der Aktionskünstler Rainer Bonk und seine ehemalige Partnerin, die Malerin Bertamaria Reetz, haben das Blauschaf 2001 als serielles Kunstobjekt geschaffen. 2009 wurde daraus laut Internet-Seite anlässlich einer Skulpturenausstellung in Venedig eine Herde und eine Wanderausstellung, die seither in Berlin und Brüssel, aber auch schon in Bielefeld (2012) und auf dem Mertenshof in Rheda-Wiedenbrück (2014) zu sehen war. Andernorts steht zu lesen, die Herde sei seit 2006 mehrfach in Anlagen der Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas ausgestellt worden (Wikipedia).

„Als Signalfarbe steht Blau symbolisch für das Verbindende. Es ist die Farbe der EU, der UNO sowie von Unesco und Unicef“, erklärt Bonk auf seiner Internetseite. Es sei auch die Farbe der europäischen Friedensbewegung und somit für das Projekt bestens geeignet. Bonk: „Jenseits aller ethnologischen, religiösen oder kulturellen Unterschiede und mit ihrem ganz speziellen Charme möchten die Blauschafe Denkanstöße geben, auf das Verbindende hinweisen und für friedliches Miteinander und Toleranz werben, auf der Basis von Wertschätzung des Anderen.“

Die Schafe – es gibt auch Lämmer – sind aus Polyester gegossen, hohl und kommen in ultramarineblauer Acryl-Farbe daher. Kaufleute aus der Innenstadt haben die zertifizierten Tiere erworben. Nach dem Eröffnungswochenende sollen sie in den Geschäften ausgestellt werden.

Die Tiere auf dem Berliner Platz sind übrigens angeleint, damit niemand auf falsche Gedanken kommt. Nachts werden sie von einem Sicherheitsdienst beschützt.

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